Zum Balaton und zum Schloss Esterházy und dann nach Hause

10.05.2018 – 760 km – Fahrtag

Von Berane in Montenegro starten wir in Richtung Westen und fahren durch die Berge nach Rozaje und weiter zur Grenze nach Serbien. Durch Novi Pazar geht es weiter zur Autobahn Richtung Belgrad. Die Landstraßentour bis zur Autobahn zieht sich, obwohl sie durch interessante Landschaft und teilweise über Pässe bis zu 1.300 m Höhe führt. Die Straßen sind dabei zu einem Drittel schlecht, zu zwei Dritteln recht gut befahrbar.

Bei Belgrad staut sich der Verkehr ein wenig auf der unvollständig fertigen Ringautobahn um die Stadt. Danach geht es zügig weiter zur Grenze und zur Wiedereinreise in die EU. Hier brauchen wir ungefähr eine Stunde … Die Ausreise aus Serbien geht recht fix, aber auf ungarischer Seite wird halt „gründlich“ kontrolliert. Zuerst schauen die Grenzer ins Auto und in den Kofferraum, danach die Zöllner noch einmal. Wir werden gefragt, wo wir waren, und auf die Antwort: „Mazedonien, Serbien, Montengro, Albanien“ folgt ein freundlich-bestimmtes „bitte nach rechts rausfahren“.  Die Kontrolle ist gründlich, zumindest in den drei der vier Außenfächern, die kontrolliert werden. Nach dem Blick ins Bad und in die sieben Hängeschränke hat der junge Mann dann doch genug gesehen… (hier wird nicht der Inhalt des Autos kontrolliert, hier wird eher getestet, ob man nervös ist oder wird ;-)). Egal, wir dürfen wieder in die EU und rollen noch bis Lajosmize zum Stellplatz auf dem Reitercamp. Heute ist im Gegensatz zur Anreise geöffnet, zwei Mobile sind auch schon da außer uns, nur kein Personal, bei dem wir Einchecken könnten ….

Am Morgen ist immer noch niemand da, so checken wir halt auch nicht aus und starten in den letzten Urlaubstag zwischen zwei Fahrtagen.

11.05.2018 – 230 km

Nachdem wir vor einigen Jahren auf dem Rückweg aus Rumänien Budapest besuchten ist diesmal der Balaton „dran“. Es geht über den Autobahnring von Budapest auf die M7 zum Balaton. Wir haben uns für das Nordufer entschieden und gondeln in aller Ruhe durch Balatonkenese, Balatonalmadi und Balatonfüred auf die Halbinsel Thinay. In Révfülöp landen wir dann auf dem großen „Balatontourist Napfény Kemping„. Ein ziemlich großer Platz, kinderfreundlich, aber auch hundefreundlich und mit 6.000 Forint (knapp 20 Euro, 2 Personen, 70-80 qm „Parzelle“, Hund, Strom, V+E) nicht übermäßig teuer. Später im Jahr, wenn sich hier noch mehr Familien tummeln, wäre der Platz sicher nichts für uns, so aber für einen „Badetag“ am Plattensee genau richtig. Die gesamten Sanitäreinrichtungen und das ganze Rundherum sind super in Ordnung! Wir freuen uns natürlich insbesondere über solche Kleinigkeiten wir „Hundeparkplätze“ am Sanitär (schließlich darf da kein Vierbeiner rein) oder über drei separate „Hundeduschen“ (das ist KEIN Witz) für unterschiedlich große Hunde.

12.05.2018 – 727 km – Fahrtag

Wir fahren weiter am Nordufer des Balaton entlang, sehen die ganzen kalten Vulkankegel, viel Weinanbau und verlassen hinterm Badacsony den See. Generell (meine letzter Besuch hier war Mitte der 80er Jahre) hat sich die Region den ihr eigenen Charme erhalten. Natürlich gibt es punktuell Tourismus, natürlich gibt es die eine oder andere Bausünde in Form eines 7-stöckigen Hotels. Aber viele Orte wirken noch immer ruhig, wenn nicht gar verschlafen. Die Tatsache, dass der See rundherum fast komplett verschilfft ist und es nur wenige Stellen gibt (zumindest am Nordufer), an denen man direkt ans Wasser kommt, haben zum Glück nicht zum ganz schlimmen Massentourismus geführt (wie es an der Südseite aussieht weiß ich nicht).

In Szigliget und später in Sümeg fahren wir an Burgen vorbei, es geht Richtung Norden nach Fertöd. Hier steht das Schloss Esterházy. Der Parkplatz ist kostenpflichtig, aber Googe-Maps hatte einen weiteren einige Meter weiter verzeichnet. Den gibt es auch, neu gebaut, fix und fertig, groß … aber nicht in Betrieb. Offensichtlich seit Jahren, der Kiesplatz ist bereits gut grün zugewachsen… Wir fahren zurück in den Ort, dort hatten wir ausreichend Plätze auch in Wono-Größe gesehen und parken dort – sogar im Schatten. Das Schloss selber ist für Menschen mit Hund tabu (und für Hund im Womo ist es zu warm), also schauen wir es eben von außen an und drehen eine Runde durch den Schlosspark. Bilder gibt es hier im Wiki-Artikel.

Der „Plan“ war eigentlich, noch auf einen Stellplatz in Österreich zu fahren und dann am Sonntag nach Hause. Da es aber „nur“ noch knapp 500 km dorthin sind und es erst 14 Uhr ist beschließen wir, gleich durchzustarten. Gegen 22 Uhr sind wir, nach wieder einmal genau 28 Tagen und 5.295 km dann zu Hause.

 

 

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Shkodra und Abschied aus Albanien

07.05.2018 – 22 km
08.05.2018 – 0 km
09.05.2018 – 146 km

Am Montagmorgen parken wir sozusagen nur um, vom Camping Legendja südlich von Shkodra zum Lake Shokdra Ressort, 12 km nördlich der Stadt. Angeblich einer der 10 besten Campingplätze Europas (!) können wir das direkt bestätigen: Service, Restaurant, Stellplätze, Sanitäranlagen – alles wirklich allerbestens! Selbst der Sonnenuntergang am Abend vom Restaurant aus gesehen ist so super wie beschrieben und auf zahlreichen Bildern zu sehen! (Nein, wir haben ihn nicht zum 1.536.427sten Male auch noch geknipst…).

Wir essen mehrfach sehr gut im Restaurant und bleiben einen weiteren Tag, um uns so ganz langsam von Albanien zu verabschieden. Am Mittwoch ist es dann soweit. Doch zunächst fahren wir trotz ungünstiger Wetterprognose in Richtung Vermosh-Tal. Die Reise geht zunächst nach Norden bis zum Grenzübergang Hani I Hotit. Dieser Teil der Strecke ist flach am See entlang auf breiter Straße. Danach ist die Strecke bis zum Ort Vermosh durchgehend asphaltiert, meist sogar sehr gut ausgebaut, natürlich wieder an manchen Stellen schmal – aber auch hier minimales Verkehrsaufkommen, so dass das gar kein Problem darstellt.

180°-Panorama – Berge, Wolken und ein Womo

Wieder reisen wir durch eine faszinierende Berglandschaft, bis auf knapp über 1.300 m Höhe, mal in Serpentinen bergauf, mal bergab. Die Strecke ist relativ neu, so gibt es einige Hinweisschilder für uns Touris, sogar zwei Aussichtsplattformen wurden an den Abhang in relativ schwindelerregender Höhe gebaut. Leider fahren wir teilweise im Regen oder auch in den Wolken. Wir überlegen, noch einen Tag zu bleiben, fahren dann aber auf Grund des Wetters doch weiter in Richtung Montenegro. Bevor wir die Grenze erreichen biegen wir aber noch links nach Vermosh ab und fahren einmal bis ans Ende des Ortes. Ein unglaublich schönes, ruhiges Tal, das geradezu zum Wandern einlädt und im nächsten Jahr bestimmt für ein paar Tage auf der Route liegen wird.

Vom sog. „Ortszentrum“ Vermoshs geht es 8 km in Richtung Montenegro. Bis zum Abzweig nach Shkodra, woher wir kamen, ist alles ganz gut. Danach hat sich Albanien offensichtlich vorgenommen, uns gebührend zu verabschieden: Zunächst mit zwei Holzbrücken, die jetzt nicht so 1.000 %ig vertrauenserweckend aussahen. Dann kommt der letzte Kilometer Straße, hier ist de facto das Ende der Welt, denn mehr als eine Fahrbahnbreite ist einfach schon zugewachsen. Aber nach dem letzten Kilometer Straße ist eben die Grenze noch nicht erreicht, es folgt noch ein Kilometer – ich würde es Feldweg in recht schlechtem Zustand nennen .. ;-). Macht nix, die letzten 10 m bis zum Schlagbaum sind dann wieder geteert. Der Grenzbeamte hat hier scheinbar nicht sooooo viel zu tun, das Schlafsofa im Dienstzimmer sieht recht frisch benutzt aus ^^, ich darf zum Schalter kommen und unsere Daten aus dem Reisepass werden fein säuberlich von Hand (!) in eine entsprechende Kladde eingetragen. 10 Minuten später rollen wir zum montenegrinischen Posten. Ob hier die Kontrolle per PC passiert oder auch wieder Daten abgeschrieben werden sehen wir nicht, ein mürrischer Blick hinten ins Womo und wir dürfen einreisen. Auf die Frage nach den Papieren für den Hund reichte ein „ja, haben wir“ – vorzeigen war nicht nötig.

Der Heimwegplan heißt, soweit wie möglich in Richtung serbische Grenze fahren und dann am nächsten Tag wieder direkt bis Ungarn durchzufahren. Deshalb landen wir auf dem Autocamp Viaggo in Berane (MNE), zahlen 15 Euro (der Preis wurde gerade erfunden, wir sind offensichtlich die ersten, auf jeden Fall aber die einzigen Gäste am Womoplatz) und verbringen den Rest des Tages hier.

Bevor es nach der Rückkehr sicher noch ein Fazit zum Land Albanien aus unserer Sicht geben wird hier noch zwei Zwischenbemerkungen:
Raki, oder richtig Rakija, ist in Albanien nicht mit Anissamen versetzt, und es ist auch kein Grappa. Es gibt hier das industriell hergestellte „Zeug“, das kratzt im Hals wie ein schlechter Grappa oder ein übler Wodka und ist de facto nicht trinkbar. Und dann gibt es den Raki, den wohl fast jeder albanische Mann zu Hause herstellt. Uns hat Denis vom Camping in Himare erklärt, was den Unterschied zum Grappa ausmacht: Raki wird aus Trester gebrannt, soweit adäquat zum Grappa, aber nicht unter Zusatz von Wasser, sondern unter Zusatz von dem Wein, der aus dem Trester gemacht worden ist. Und bei Denis haben wir auch den besten seiner Art getrunken – selbstverständlich selber gemacht!

Mercedes – ist in Deutschland eine Automarke. In Albanien neben Rasenmähern mit Pritsche und Minibussen das am meisten gefahrene Auto. Es gibt Unmengen alter Modelle (manchmal sieht man ihnen ihre deutsche Taxivergangenheit noch an der Farbe an), mittelalte und auch ganz neue bis hin zu wuchtigen SUV. Offensichtlich ist zum Einen die Wertschätzung für deutsche Fabrikate sehr hoch, zum Anderen haben auch etliche Modelle aus den 70er oder 80er Jahren bis heute durchgehalten und fahren nach wie vor. So sahen wir ein Taxi mit weit über 600.000 km auf der Uhr, und auch im Gebirge Fahrzeuge, die die frische Milch an Stellen abholten, wo die meisten Menschen nicht zu Fuß hinkommen würden. Prestige gepaart mit Praxisrelevanz.

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Aus den Alpen nach Shkoder

Das Wetter im Valbonatal am Morgen stimmt mit der Vorhersage überein

05.05.2018

Die Wettervorhersage für die albanischen Alpen meint es nicht gut mit uns, Regen und Gewitter und somit kein Wanderwetter. Also ändern wir unsere Pläne … Wir werden das Gebirge erst mal verlassen und uns wohl auch die Fahrt über den Komani-See sparen. Die Entscheidung zu letzterem fällt zwar schwer, folgt aber nur einer anderen: Wir haben schon jetzt entschieden, dass wir im nächsten Jahr wieder im Frühjahr zurückkommen werden. Dann planen wir sowohl Gebirge als auch den Komani flexibler, so dass wir beides bei schönem Wetter machen können.

Die Staumauer von hinten (links die Serpentinen ging es hoch)

Zurück bis Bajram Curri und dann in Richtung Fierza haben wir dann doch fast schönes Wetter und können diverse Ausblicke genießen. In Fierza ist eine der Anlegestellen der hier verkehrenden Fähren, wir fahren kurz hin und sehen auch gerade ein Schiff anlegen. Danach schrauben wir uns sozusagen neben der gewaltigen Staumauer den Berg hinauf und haben fantastische Blicke auf die Berge sowie der hier angestaute Fluss (der Drin). Es folgen 60 km anspruchsvolle Strecke, Kurve reiht sich an Kurve, Ausblick an Ausblick. Allerdings nimmt das Wetter nun den vorhergesagten Verlauf, es wird dunkler, es regnet und auf halber Strecke bei Dardhe erleben wir ein Unwetter mit Hagelkörnern bis zu 2 cm Größe. Auch hier im sog. „Vorland“ der Alpen reihen sich außer den Kurven auch wieder die genialen Ausblicke in die Landschaft aneinander.

Der gestaute Drin bei besserem und „nicht ganz so gutem“ Wetter:

Abhänge von einigen hunderten Metern gibt es oft ohne jegliche Leitplanke oder ähnliches direkt an der Straße

Wir erreichen irgendwann die SH5 (von Kukes nach Shkoder) und hier geht es weiter bergauf, bergab, rechts gekurvt, links…. Das Schöne an den heutigen Kilometern ist, dass die Straßen relativ gut sind (mit den üblichen Ausnahmen), und vor allem, dass sehr wenig Verkehr ist. Somit kann man auch einmal mitten auf der Piste stehen bleiben, oder eben mit 20 kmh dahinzockeln. (Der SH5 merkt man allerdings an, dass sie nur noch eine Art „Nebenstrecke“ ist und viel Verkehr nun wohl über die Autobahn geht. Der Erhaltungszustand scheint hier rapide abzunehmen.)

Nach 154 km ist Schluss, wir finden neben der Straße einen guten Stellplatz (eben, Rasen, Schotter). Hier werden wir über Nacht bleiben. Am Abend zieht dann ein weiteres Gewitter mit Regenfront über uns hinweg, diesmal zum Glück ohne Hagel.

Auch hier wieder erleben wir freundliche Menschen: man hält an und fragt, ob wir „problem“ haben, man winkt oder hupt zumindest, wenn man uns außerhalb des Womos sieht. Die Nacht ist total ruhig, und am Morgen können wir sogar noch ein paar schöne Bilder vom Stellplatz machen.

Stellplatz zwischen Puke und Vau I Dejes (in dieser Richtung links der Straße):
N41°59’27.7‘‘
E19°44’39.1‘‘
Liegt direkt an der SH5, ist aber abends und nachts völlig ruhig.

 

Panorama von unserem Stellplatz aus

06.05.2018

Wohnmobil, Stellplatz, Landschaft

31 km sind es bis zum Camping „Legendja“ in Shkoder, diese sind schnell abgespult. Wir laufen direkt nach der Ankunft in die Stadt, vom Platz bis ins direkte Zentrum sind es allerdings 3,1 km direkt an der Straße entlang. Wir haben gut „gezielt“, jedes Jahr am 06. Mai findet ein „Fest der Lieder und Blumen“ statt, und somit ist die Stadt recht voll. Das und die nun wieder einsetzende Wärme (wir sind wieder im Flachland, nahe der Küste) lassen uns nach relativ kurzer Zeit den Rückweg antreten. Den Rest des Tages verbringen wir im Schatten der Markise vom Wohnmobil 😉.

Die Parruce Moschee in Shkoder zwischen modernen Wohnblocks

Camping Legendja, pro Person 6 Euro, pro Womo 3 Euro, Strom 2,50 Euro, der Hund kostet nix, macht 17,50 Euro / Nacht, die wir ausnahmsweise mal wieder auch in Euro bezahlen.

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Ins und im Valbona-Tal

03.05.2018

Der Platz ist ideal zum Übernachten, es sind hier nur ziemlich wenige Autos unterwegs. Allerdings bekommt man selbst von diesen kaum etwas mit, denn das Rauschen des Wassers ist fast lauter. Wir starten und verlangen dem Auto gleich viel ab, es geht in Serpentinen hinauf nach Radomire. Direkt oben am nördlichen Ende der Kurvenstrecke bietet sich noch einmal ein Platz an, auf dem man hätte stehen können.

Danach ist es mal wieder vorbei mit Anhalten oder gar vom Wege abfahren, die Straße ist gut zu befahren, aber alles, was von ihr abzweigt sieht zumindest so aus, als brauchte man mindestens einen 4*4-Offroader. So versuchen wir nicht, den Golem Korab zu besteigen, dazu hätte man in Radomire anhalten müssen (nein, hatten wir nicht wirklich vor 😉) und rollen weiter gen Norden. Wir passieren einige kleine Orte, bevor wir in Kukes die A1, die wir im Westen verlassen hatten und die hier geradewegs in Richtung Prizren (Kosovo) führt, kreuzen. Im quirligen Ortszentrum versorgen wir uns mit Gemüse und Lebensmitteln, dann geht es auf bestens ausgebauter Straße nördlich am Fierza-Stausee entlang. Die gute Straße reicht vorbei an Krume bis zum nächsten Grenzübergang in den Kosovo, danach sind wir im nordöstlichsten Teil Albaniens unterwegs in Richtung albanische Alpen. Die gesamte Strecke, eigentlich bereits ab Peshkopie bis Bajram Curri ist gut befahrbar, an manchen Stellen sehr schmal, selten „kaputt“. Das wir heute dennoch mit extrem niedrigen Geschwindigkeiten unterwegs sind liegt einfach nur daran, dass die Landschaft immer wieder anders, aber überall schwer faszinierend ist. Berge, Felsen, grüne Hügel, flache Täler, tiefe Schluchten … alles ist da, nie ist das Fahren langweilig und immer wieder gibt es etwas zu sehen.

Zwischenbemerkung – Wohnmobil fahren in Albanien.
Grundsätzlich herrscht bis auf ganz wenige Ausnahmen (Durres – Tirana) wenig bis sehr wenig Verkehr. Das vereinfacht schon einmal sehr vieles – wenn eine Straße nur knapp 4 m breit ist macht das nicht viel, wenn man halbstunden-weise keinen Gegenverkehr hat. Die Albaner haben einen Fahrstil, der einfach zu verstehen ist: er basiert auf Logik! Wer Platz hat zum Ausweichen tut das, und sei es eben in den Randstreifen oder durch Löcher. Darauf verlässt sich der Gegenverkehr dann auch. Wird einem selber Platz gemacht, geschieht das oft erst in allerletzter Sekunde, und oft auch in ungebremstem Tempo – aber es wird fast 100% verlässlich Platz gemacht.
Womo-Fahrer sollten wissen, dass man oft in die Kategorie der überall in großer Stückzahl verkehrenden Minibusse eingeordnet wird. Und deren Fahrer nehmen wenig Rücksicht auf das eigene Fahrzeug – will heißen: manchmal wird es höllisch eng.
Immer in Betrieb: die Hupe. Mit ihr wird (fast immer) angezeigt, dass man jetzt überholt (das ist wichtig, weil selbiges oft in Situationen geschieht, in denen man selber eben nicht überholen würde). Ansonsten dient sie (die Hupe) natürlich zum Bedanken, zum Grüßen, zum Winken (?!?), naja, zu allem halt, was südliche Lebensfreude beim Autofahren beinhalten kann. Allerdings artet selbiges niemals in jenes aus italienischen Ortszentren bekannte nervige Dauerhupkonzert aus, sondern hat immer Sinn und Zweck!
Straßenzustand – schon mehrfach thematisiert. Er ist insgesamt deutlich besser als erwartet. Es gibt ganz miese Pisten (es geht halt nicht alles auf einmal), vor allem sind viele Straßen auch eng. Neu gemachte Straßen sind oft nur oberflächlich gut, der Unterbau ist oft dennoch mangelhaft. Das beherbergt meiner Meinung nach ein großes Gefahrenpotential: Randabbrüche, Verwerfungen, Löcher, ganze Stücken Schotterpiste tauchen auch auf „guten“ Straßen wie aus dem Nichts immer mal wieder auf.
Fazit: Augen auf, langsam und defensiv fahren und vor allem – sich niemals von einem schönen glatten Asphaltband „einlullen“ lassen. Das könnte schmerzhaft für den Rücken und erst recht fürs Auto werden. Und – immer schön hupen!! 😉

Das beste Beispiel für die Notwendigkeit jederzeitiger Aufmerksamkeit hatten wir heute, eine Schildkröte mitten auf der Straße! Zuerst wurde sie fotografiert und dann von Chris ins Grüne transportiert – nicht jeder gondelt hier so langsam entlang wie wir. Und sicher war sie schon ganz schön alt, das muss ja nicht bei der vielleicht ersten (?!) Straßenüberquerung ihres Lebens enden … 😉

Wir erreichen mit Bajram Curri sozusagen ein Eingangstor in die Welt der albanischen Alpen. Zu sehen gibt es nicht viel, man kann sich aber mit allem Notwendigen gut versorgen (Lebensmittel, Geld, Diesel). Vorteil – der Ort ist nicht so eng wie viele andere, man findet Plätze zum Abstellen ohne Problem.

Wir nehmen die letzten Meter der heutigen Tour in Angriff und fahren nach Valbona ins gleichnamige Tal am gleichnamigen Fluss. „Rilindja“ (zu Deutsch Wiedergeburt) heißt ein kleiner Hotel-Restaurant-Komplex, der auch einige Stellplätze anbietet. Nach 165 km am heutigen Tag sind wir „durch“, setzen uns noch ein wenig in die Nähe vom WiFi und verschwinden dann beizeiten im Womo und im Bett.

04.05.2018

Eine Wanderkarte des Tals hatten wir uns gestern noch gekauft, und so starten wir heute Morgen zeitig zu einer kleinen Tour, da am Nachmittag Regen angesagt ist. Abseits der Straßen wandern wir weiter ins Tal hinein, dann erreichen wir das sog. Zentrum des Ortes. Hier steht Dylan mal wieder am Zaun vom Schulgelände für ein paar Minuten im Mittelpunkt. Auf der Straße laufen wir noch ein ganzes Stück weiter – dann ziehen die Wolken an mehreren Stellen gleichzeitig über die Berge und wir treten den Rückweg an. Nach 12,7 km und 201 Höhenmeter (unterwegs waren wir zw. 800 und 1.000 m Höhe) sind wir zurück, und am Nachmittag setzt pünktlich laut Vorhersage der Regen ein.

Dass viele und weit über 2.000 m hohe Berge, einige davon noch mit weißen Spitzen, in einem relativ engen Tal eine beeindruckende Kulisse sind brauche ich kaum erwähnen.

(Wie immer zum Vergrößern anklicken.)

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Von der Küste im Süden in die Berge Richtung Nordosten

30.04.2018

Der Strand direkt vorm Camping

Nachdem wir am gestrigen Abend noch einmal und wieder sehr lecker in der Taverne des Campingplatzes gegessen haben starten wir relativ zeitig am Morgen. Denis und seine Frau verabschieden uns freundlichst, auch wenn wir mit 5.250 Lek (knapp über 40 Euro) für zwei Nächte den bisher höchsten Preis bezahlen müssen – ein Platz direkt am Meer hat halt seinen Preis. Den guten Eindruck und die erlebte Gastfreundschaft, die hier trotz allem Geld-verdienen-müssen immer noch echt ist, schmälert das aber nicht.

Unterhalb des Llogara-Pass, Blick nach Süden leider im Dunst

Wir passieren noch einige Küstenorte (Jal, Dhermei), bevor die Straße ein Stück vom Meer „wegrückt“ und wir die südliche Steigung zum Llogara-Pass in Angriff nehmen. Fünf Kehren und dazwischen lange gerade Stücken befördern uns auf 1.027 m Höhe. Die südliche Flanke des Berges ist nicht bewaldet, und so hat sich an der dritten Kehre ein Startplatz für Gleitschirmflieger etabliert. Dieser ist auch der schönste Aussichtspunkt auf die Küste in Richtung Süden, wir stoppen kurz und treffen hier unter anderem einen koreanischen Moped-Fahrer. Die Sicht ist grandios, leider ist die Küste im Süden in Dunst gehüllt.

Angeblich ist der Llogara-Pass auch eine Art Klimagrenze. Gut, die ersten Kilometer nördlich und bergab gehen durch ausgedehnte Wälder und wir glauben daran, dass es hier im Schnitt bis zu drei Grad kühler sein soll. Bald jedoch rollen wir fast eben auf die Bucht von Vlore (und damit auf die gleichnamige Stadt) zu und es wird wieder genauso warm wie südlich des Llogara 😉.

Ruhiger Stellplatz an alten Steinen

Vlore passieren wir zunächst auf der Strandpromenade, die neue Durchgangsstraße ist wie so vieles gerade im Bau. Hier etabliert sich der übliche Tourismus am Meer, Hotels, weitläufige Strandpromenden und Bars und Lokale, vor und in denen auch jetzt schon Sehen-und-gesehen-werden zu den wichtigeren Dingen des Lebens gehören. Sei es drum, wir fahren weiter, erreichen über neuausgebaute Straßen Levan, dann wieder per bereits bekannter Huckelpiste Fier. Auf dann  schnellen Straßen düsen wir vorbei an Lushnje Richtung Durres. Nach einem ausgiebigen Einkauf in einem sehr chicen, mittelprächtig teurem und vor allem italienisch geprägtem Supermarkt biegen wir links ab in Richtung Meer und suchen (und finden) die Festung Bashtova. Venezianischen Ursprungs liegt das recht gut erhaltene Bauwerk mitten in der Landschaft, völlig verlassen und einsam. Wunderbar für uns, Auto abgestellt und Ruhe genießen, hier bleiben wir eine Nacht! Abends bekommen wir zweimal „Besuch“, ein VW Touareg dreht eine Runde und schaut nur, das zweite Fahrzeug hält neben uns. Mit den wohl einzig bekannten deutschen Worten werden wir begrüßt und uns zu Ehren donnert ein deutschsprachiger Rap aus den völlig überforderten Autolautsprechern. Dann finden sich doch noch ein paar deutsche Worte, uns wird ein Joint angeboten (den wir freundlich, aber bestimmt ablehnen) und dann haben wir auch schon wieder unsere Ruhe. Alle Menschen hier sind irgendwie uns gegenüber freundlich!
199 km

01.05.2018

Heute erwartet uns wieder das volle Programm an Straßenzuständen. Vorbei an Durres und Kruja und großräumig auch an Tirana zieht es uns wieder ins Landesinnere Richtung Osten. Rund um Durres und in Richtung Tirana (SH2) geht es zu wie im Ruhrgebiet im Berufsverkehr, nur etwas „unregulierter“. Vierspurig oder zweispurig; auch mal glatt und dann wieder mit Löchern, in denen Kleintransporter verschwinden könnten. Beim Café an einer Raststätte werden wir wie so oft angesprochen, der Barista lernt gerade deutsch und probiert das an uns gleich aus. Immer alles mit einem Lachen im Gesicht.

Die SH30/A1 verlassen wir auf die SH6 in Richtung Burrel – die Bezeichnungen der Straßen, ihre Farben oder Kennzeichnung auf Karten etc. geben nur selten ein einheitliches Bild ab und dienen im aller bestem Falle ganz grober Orientierung. Die SH1 zum Beispiel von Tirana kommend in Richtung Norden heißt zwischenzeitlich A1. Auf der Landkarte ist sie ab Fushe-Kruja bis Milot 4-spurig als Fernstraße oder Autobahn gezeichnet. In der Realität ist sie meist zwei-spurig, manchmal auch Autobahn. Und dann kommt wieder mittendrin ein Kreisverkehr …. 😉. Und dort, wo die SH1 (ist gleich manchmal A1) bei Milot nach Norden weitergeht (dann wieder nur noch SH1), zweigt die SH30 nach Osten ab und heißt dann manchmal auch wieder A1. Zwei- und/oder vierspurig – siehe oben, also je nachdem….

Egal, man kann alles fahren, auch die von der A1/SH30 abzweigende SH6 wunderschön am aufgestauten Fluss Matit entlang. Hier fühlt man sich auf nicht mal 200 Höhenmetern wie in einer Hochgebirgsschlucht. Mit nunmehr mal wieder 25-kmh-Schnitt erreichen wir Burrel und dann Suc. Hier ist für heute nach 150 km Schluss, wir landen auf der „Oase an der Kirche“ direkt neben selbiger. Eine etwas enge Einfahrt (große bzw. längere Mobile sollten vorbeifahren und am Feldweg nach 150 m wenden) führt uns auf das Wiesengrundstück direkt neben der Kirche.

02.05.2018

Neben Kirche und Kreuz und mit Blick auf die Berge verbringen wir eine ruhige Nacht. Am Morgen werden wir mit 2 * 6 Euro zur Kasse gebeten, die Umrechnung in Lek ergibt 1.680 Lek (was einen Kurs von 140 Lek pro Euro bedeutet, der offizielle Kurs liegt derzeit bei 128 ..), aber auch hier waren alle so freundlich zu uns, dass wir die 10% „Wechselprovision“ gern bezahlt hätten. Zum Schluss werden es mangels Wechselgeld dann doch nur 1.500 Lek, und so sind zum Schluss alle zufrieden. Weil – Touristen übervorteilen haben wir hier absolut noch nicht erlebt, in keinster Weise. Einzig der Umrechnungskurs ist eben manchmal „nicht ganz so günstig“ – gern hätte man nämlich doch den Euro auch gehabt, in dem zumindest die Übernachtungspreise dann doch fast überall ausgeschrieben sind. Wir haben einfach nicht genug Bares in Euro dabei, und die Lek sprudeln aus dem Automaten – bei der nächsten Reise stecken wir einfach ein paar Banknoten mit dem „€“ mehr ein ….

Die SH6 ist auf den nächsten Kilometern eigentlich wirklich nicht als Straße zu bezeichnen. Bis hinter Klos bewegen wir uns mit ca. 10 kmh. Danach wechseln am heutigen Tag die Straßenverhältnisse mehrfach von ganz neu bis… siehe oben. Aber grundsätzlich haben wir die gesamte Verkehrsinfrastruktur deutlich schlechter erwartet – es ist extrem viel gebaut, erneuert und verbessert worden. Und wenn man sich einmal verfährt, wie wir in Bulqize, wird man direkt angehalten und auf den richtigen Weg geschickt. Einziges Manko – neue Straßen (wie die von Peshkopi nach Kukes) sind manchmal schon nach kürzester Zeit an einigen Stellen wieder total kaputt, so dass man auch auf augenscheinlich guten Pisten höchst aufmerksam fahren muss. Es ist aber letztlich auch landschaftlich oft sehr anspruchsvoll, Straßen ins Gebirge zu bauen – an vielen Stellen sieht man, welche Kraft Wasser haben kann, wenn es zB. zur Schneeschmelze talwärts fließt. Da werden halt Straßenteile unterspült oder auch mal weggespült.

Unser Tagesziel war heute Peshkopie. Ein Stellplatz im Ort war im Navi eingespeichert, von einem großen Platz zum Parken hatten wir gelesen. Also kein Problem. Nunja. Es war Mittag. Es war Schulschluss. Es war Markt (teilweise mehr auf als neben der Straße). Und – mindestens die Hälfte aller albanischen Minibusse hatten sich heute in Peshkopie verabredet. Zum Parken. Zum über-all „rumstehen“. Es war also – rappelvoll. Und nebenbei heiß. Und eigentlich wäre das alles kein Problem – wenn nicht die Zufahrtsstraße zum Stellplatz dann auch noch Baustelle gewesen wäre. Der Versuch, in der Nähe eine Stelle zum Halten zu finden scheiterte kläglich (selbst die Tankstelle war zugeparkt). Lange Rede – kurzer Sinn: Bis wir anhalten konnten um vielleicht einen anderen Weg zum Stelllatz zu finden waren wir längst im Norden aus der Stadt raus. Was solls also, weiterfahren!

Im Übrigen – egal welchen Zustand Straßen haben – sie führen allesamt durch grandiose Landschaften. Schneebedeckte Berge mit weit über 2.000 m, sattes Grün, kahle Felsen, Schluchten, breite Ebenen – die Landschaftsvielfalt ist weder zu beschreiben noch zu fotografieren. Die weitere Strecke entlang des höchsten Berges Albaniens (Golem Korab, 2.764 m hoch, man teilt ihn sich mit Mazedonien) können wir ob des geringen Verkehrs vor uns hin bummeln und hier und da schauen. Kurz vor den Serpentinen, die nach Radomire hinaufführen, entdecken wir neben der Straße einen Platz, der zur Pause einlädt. Zunächst wollen wir einfach nur das aufziehende Gewitter abwarten (das sich dann nach ein paar Blitzen und einzelnen Regentropfen wieder verzieht), dann entscheiden wir, einfach für die Nacht zu bleiben.

N41°49‘05.0‘‘ und E20°27’29.0‘‘
Hier ist (eventuell nur bei trockenem Wetter) oberhalb des Flusses Platz für vielleicht zwei Wohnmobile. Man steht allerdings nur wenige Meter neben der Straße, die jedoch sehr wenig befahren ist. Dafür direkt oberhalb eines rauschenden Gebirgsbaches – eher -flusses.

Wir bekommen am Nachmittag mal wieder Besuch, 4 Jungens, die zusammen ein paar Schafe beaufsichtigen, Fotos von Dylan schießen, und ein bisschen radebrechen, um dabei ein paar Blicke ins Innere des Wohnmobils zu erhaschen und – wohl Teil einer Wette – eine Flasche Wasser „abstauben“ 😉.

Tageskilometer: 102 km

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Von Ksamil nach Himare mit „Umweg“ Butrint

28.04.2018

Am Morgen werden wir überaus herzlich und freundlich vom Camping Caravan Ksamil verabschiedet. Wieder gibt es Café, 2 eisgekühlte Flaschen Wasser für den Weg und Rosenblüten! Die Chefin selber läßt es sich nicht nehmen, uns beim Entsorgen vom Grauwasser zu helfen. Bezahlt haben wir hier, wie fast überall, 2.000 Lek pro Tag.

Es geht Richtung Süden, wir wollen uns im Nationalpark Butrint die gleichnamige antike Stadt anschauen. Der Parkplatz ist noch leer, direkt am Ende geht die recht eigenwillige Fähre (hier Bilder) über den Zufluss zur Butrint-Lagune – wir haben sie nicht benutzt ;-). Dahinter geht es noch einige Kilometer auf albanischem Boden weiter und dann direkt nach Griechenland.
Zum ersten Mal ist der Eintritt nicht wirklich „günstig“, aber mit 700 Lek pro Person (ca. 5,40 €) natürlich immer noch völlig im Rahmen. Wir sind so ziemlich die ersten Gäste, so „stören“ wir zunächst einmal am römischen Thermalbad die Schildkröten beim morgendlichen Sonnenbad.

Wir wandern durch die Ruinenstadt, die außer an den Ausgrabungen und alten Gebäuden bewaldet ist, so dass es trotz der aufkommenden Hitze recht angenehm ist. Butrint liegt auf einer Art Halbinsel zwischen der Lagune und dem dort hinführendem Kanal. Erste Besiedlungen gab es hier wohl mindestens schon im 8. Jahrhundert vor Chr., Illyrer und Griechen waren die ersten Siedler. Danach hinterließen weitere Kulturen ihre Spuren, byzantinische, venezianische und osmanische Zivilisationen gab es hier. Von allen gibt es etwas zu sehen, einiges ist schon rekonstruiert. Mehr wie immer auf Wikipedia.

Ein paar morgendliche eigene Eindrücke, alle aus der Basilika aus dem 6. Jahrhundert:

Mehr Anschauungsmaterial gibt es in der Google-Bildersuche (hier der Link).

Die Bedeutung dieses Kulturdenkmals erfahren wir, als wir fast fertig sind mit unserem Rundgang: Ströme von Touristen ergießen sich ins Gelände, und so sind wir echt froh, bereits vor 9 Uhr hier angekommen zu sein. Halb elf auf der Fahrt über Ksamil Richtung Saranda kommen uns im 3-Minuten-Takt Reisebusse entgegen, die an diesem Samstag alle ein Ziel haben ….

Wir hingegen umfahren heute Saranda über die SH98 und Cuke (empfehlenswert in beide Richtungen, vor allem für Wohnmobile, wenn man nicht in die Stadt rein will). Es geht die SH8 nach Norden, zunächst trennen die Berge die Straße vom Meer, danach geht es in jede Bucht einmal hinab und auf der anderen Seite wieder hinauf: Lukova, Borsh, Porto Palermo …. Immer wieder gibt es wunderschöne Panoramablicke, Meer vor Bergen, Meer vor (meist griechischen) Inseln, Meer vor Meer und noch meer Mehr …

Wir fahren bis Himare und biegen dort ab zum Livadh-Strand und steuern direkt das empfohlene Camping Kranea an (Website). Von den drei per Wohnmobil anfahrbaren Plätzen in dieser Bucht war es an verschiedenen Stellen empfohlen worden, und dem können wir uns nach eigenem Anschauen nur anschließen. Der Eigentümer Denis spricht fast fließend deutsch, seine Frau bemüht sich darum, kann dann aber doch besser englisch, das Essen am Abend im Restaurant ist lecker, der Service nett – und auch der „Füllstand“ der drei Plätze spricht eine eindeutige Sprache.

78 Tageskilometer, das Wetter wird im Laufe des Tages hochsommerlich. So werden wir morgen wieder einen Tag „bummeln“ und einfach auf dem Platz bleiben.

29.04.2018

Der Morgen läßt uns zweifeln (Wolken, etwas kühler als gestern), ob wir bleiben wollen. Dann tun wir es (das Bleiben) aber doch, sitzen in der Sonne, die sich dann doch hervor wagt, und machen so ein bißchen „Haushaltstag“ – passend zur Urlaubshalbzeit. Deshalb mal wieder: 0 Tages-Kilometer.

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Gjirokaster

24.04.2018

Wir machen einen Bummeltag mit in der Sonne sitzen, essen, trinken, nichts-tun. Auf der Farma Sotira weit weg von allem ;-).

25.04.2018

Weiter geht’s mit einem Fahrtag nach Gjirokaster, bzw. zunächst zum Camping Gjirokaster, 2 km außerhalb des Ortes. Bis hierher 127 km, der größere Teil der Straßen gut ausgebaut, die anderen Abschnitte waren im letzten Beitrag beschrieben. Wir lernen zwei ein wenig verrückte Österreicher kennen, die mit einem steinalten Ducato durchs Land touren. Immer dabei „Beppe“, ein 9 Monate alter Hund, der eigentlich Lu heißt und mit Dylan viel Spaß hat. Wir haben ebenso einen lustigen Abend, zunächst mit den zwei plus einem Stellplatznachbarn, später dann im Restaurant am Platz mit einem schmackhaften traditionellen Abendessen.

26.04.2018

Wir gönnen uns den „Luxus“ und fahren mit dem Taxi die 2 km nach Gjirokaster (hier der Wiki-Eintrag) und dort gleich auch noch die 2 km bis hinauf zur Burg. Das kostet immerhin 700 Lek (keine 6 Euro) und erspart uns den sicher auch am Morgen schon schweißtreibenden Anmarsch zu Fuß.

Wir besichtigen die Burg, die auf einem Hügel mit Blick in drei Richtungen über den Ort und das Drino-Tal sowie auf die gegenüberliegende Bergkette liegt. Die Anlage ist gut erhalten und mit vielen Ausstellungsstücken (vor allem Kanonen jedweder Art) aufgepeppt. So auch mit einer amerikanischen Lockheed-Düsenmaschine aus den 50er Jahren. Zu der gibt es mehrere Geschichten, die Amerikaner erzählen von Nebel und „verflogen“, die kommunistischen Machthaber natürlich von einem zur Landung gezwungenem Spionageflugzeug. Sei es wie es ist, wir genießen den frühen Morgen auf der Burg bei super Wetter und fast allein – um diese Zeit sind noch kaum Menschen hier oben.

Wir steigen von der Burg hinab in die Stadt, die nach Berichten aus dem Reiseführer vor 10 Jahren durch Abwanderung noch eine fast völlig tote Stadt war. Heute sind die alten Bazarstraßen zu neuem Leben erwacht (wortwörtlich erwachen sie auch bei unserem Besuch gerade erst, so gegen zehn, halb elf). Nach einem Espresso (der ist hier fast überall so gut ist wie in Italien, nur meist deutlich günstiger, ab 50 Lek = unter 40 Cent), schlendern wir durch die Gassen und landen dann bei einem der traditionellen Häuser im alten Baustil, dem Skenduli-Haus (hier Bilder von Google gesammelt).

Eigentlich scheint noch gar nicht geöffnet, doch als wir den Hof betreten kommt der Eigentümer und wir bekommen eine exklusive Führung (auf italienisch mit eingestreuten weiteren Sprachen). Beides, Haus und Führung sind sehr beeindruckend. Die Häuser sind mit so vielen Rafinessen gebaut, das geht von elastischen Kastanienholzbalken zwischen den Steinen (gegen Erdbeben) bis zu kompliziert-cleveren Schrankkonstruktionen mit innenliegenden Leitern, um höhere Etagen zu erreichen. Wir erfahren viel über das Leben zu früheren Zeiten, hier wohnten zum Beispiel die Geschlechter getrennt, und nur für wenige Tage nach der Hochzeit gab es ein priviligiertes, gemeinsames Zimmer….

In den 80er jahren wurde der heutige Eigentümer enteignet, 1994 bekam er das Haus zurück und wohnt heute wieder mit seiner Familie hier. Darüber, dass er alles erhalten und heute auch wieder zeigen kann ist er offensichtlich sehr dankbar.

Wir schlendern weiter durch die Stadt und kaufen uns Byrek (der Hund bekommt Wasser am Laden, das ist bei der oft abweisenden Haltung „Hunden an der Leine“ gegenüber eine bemerkenswert-freundliche Geste). Die nächste nette Situation haben wir auf der Rückfahrt mit dem Taxi zum Campingplatz – der Fahrer deutet von der Straße aus fragend auf die Wohnmobile und auf meine Zustimmung hin fährt er lachend direkt auf den Platz und dann auch noch bis auf einen Meter haargenau vor unser Wohnmobil. Das ist Service ;-)!

Wir bezahlen am Camping Gjirokaster 2.000 Lek für die Übernachtung und fahren weiter in Richtung Süden. Vorbei an Lazarat, dem für Cannabisanbau bekannt-berüchtigten Ort (mehr dazu bei Wiki unter Lazarat unter der Zwischenüberschrift „Wirtschaft“ *g*) biegen wir dann über den Muzine-Pass in Richtung Küste ab. Zunächst besuchen wir aber noch Syri e Kalter, auch „Blue Eye“ genannt. Nach 2 km Staubpiste und 200 Lek Eintritt erreicht man die bekannte Quelle, die vor allem durch ihr absolut klares Wasser auffällt. Das touristische Umfeld bewegt uns nicht zum längeren Bleiben, und so rollen wir durch Saranda – nun schon direkt am Ionischen Meer – nach Ksamil. Dieser kleine Ort liegt nur 4 km von Korfu entfernt, hat einige kleine Buchten und vorgelagerte Inseln. Wir streben direkt den vom hobo-team.de genannten Campingplatz „Ksamil Caravan Camping“  an und finden ihn dank mehrerer kleiner blauer Hinweisschilder auch trotz etwas schlechter Straße gut (nicht vorher zu den anderen Campings abzweigen!). Die Begrüßung ist überaus herzlich und freundlich, wir werden samt Womo auf den schönsten Stellplatz befördert und bekommen zur Begrüßung Kaffee, Süßes und duftende Rosen! Von der ersten Minute an „Wohlfühlen“, wozu die extrem sauberen, hochwertigen und gut ausgestatteten Anlagen (Sanitäranlagen, Wasch- und Kochmöglickeiten etc.) beitragen. Jeder Stellplatz hat seine eigene Entsorgung, natürlich Wasser und Strom und Sitzgelegenheiten.
(70 Tageskilometer)

Am Abend machen wir einen kleinen Spaziergang am Strand und beschließen, auch hier wieder einen faulen Tag einzuschieben, bevor es weiter nach Butrint und dann in Richtung Norden gehen soll. (27.04.2018 deshalb 0 km.)
Keine fotografischen Meisterleistungen (Sonnenuntergang am Meer überfordert meine Handykamera^^), aber trotzdem ein paar Eindrücke:

 

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Benja und Farma Sotira

22.04.2018

Der Wohnmobilreiseführer hatte unter „Ostalbanien“ noch ein Ziel für uns: Benja. Das bezeichnet zweierlei, einmal eine Schwefelquelle unter einer uralten Steinbogenbrücke aus osmanischer Zeit (Ura e Katiut), zum anderen ein authentisches Dorf ohne Autoverkehr an einem Berghang.

Anmerkung zum Reiseführer: Auf der ganzen Tour verlassen wir uns größtenteils auf ein Buch von hobo-team.de. Es heißt „albanien – ein faszinierendes Reiseland für Wohnmobile“. Dazu haben wir aus selbem Hause den Campingplatzführer Albanien, der neben den Campingplätzen auch eine ganze Reihe von Stellplätzen enthält. Ergänzend haben wir von den beiden Autoren per Mailwechsel noch einige weitere (sehr brauchbare) Tipps bekommen, und die beiden haben unsere Tourplanung vorm Urlaub begutachtet, verbessert und erweitert. An dieser Stelle einen ganz herzlichen Dank!
(Die genannten Bücher und weitere über den Balkan, bevorzugt für Wohnmobilreisende und 4*4-Offroadfahrer sind direkt über die Website bestellbar.)

Die Tour führte uns vom Caravan Camping Berat nordwestlich nach Lushnja auf gut ausgebauter Straße, dann südlich über Fier nach Levan. Dort trafen wir auf den Fluss Vjosa fast an seiner Mündung und folgten ihm nun lange südöstlich bis weit in die Berge. Bis Tepelena auf gut ausgebauter Straße, dann ging es wieder einmal ab von den Hauptrouten und dementsprechend wieder mit 25-kmh-Schnittgeschwindigkeit. Bei Kelcyra verengt sich das Tal, dort legten wir die Mittagspause ein. Durch Permet hindurch ging es nach Petran, dort verließen wir die kleinen und schmalen Straßen auf noch kleinere und noch schmalere… 😉.
6 km später hatten wir den Parkplatz der Schwefelquellen in Sichtweite der Steinbrücke erreicht, in der Sommersaison werden hier (sehr moderate) Parkgebühren erhoben, jetzt war die Schranke einfach auf. Zum Sonntagnachmittag besuchten viele Einheimische die Quellen, später leerte sich der Parkplatz und wir konnten uns einen Nachtstellplatz aussuchen. Zuvor gab es aber noch außer der Besichtigung der Brücke und des Badebassins eine kleine Wanderung in das völlig autofreie Dorf Benja-Novosela. Die 2 km ab der Straße bergauf geben mit Sicherheit eine gute Offroadstrecke her – oben an der Kirche (letzter Parkplatz) standen ein normaler Mercedes-Transporter und eine Mercedes-Kombi. Offensichtlich traut man hier den Autos mit dem Stern alles zu und es

scheint sogar (meist) zu funktionieren. Einige der Flussquerungen und andere Steilstellen hatten aber unübersehbare Spuren von heftig aufgesetzten Autos und – leider – auch von dabei zu Bruch gegangenen Ölwannen…

Wir besichtigten Dorf und Kirche, dann ging es wieder zurück zum Auto – trotz des späten Nachmittags eine schweißtreibende Angelegenheit. Die Ziegenherde auf dem Weg (und Dylan an der zum Zerreißen gespannten Leine dabei) sind nun fast schon Normalzustand, ebenso wie die bergauf nach Hause getriebenen Kuhherden – manchmal bestehend aus einer, seltener aus zwei Kühen.

Absolut ruhige Nacht, abgesehen vom Froschkonzert, da wir direkt am schwefelgetränkten Fluss standen.
185 Tageskilometer

23.04.2018

Als wenn es noch nicht genug „Pampa“ wäre! Zurück nach Petran und nicht etwa wieder nach Norden in Richtung besserer Straßen bogen wir nach Süden ab und folgten dem Vjosa-Tal weiter. Immer im Blick die 2.500 m hohen, natürlich weißen, Gipfel des Nemeckes – Gebirges. Wir stellen fast schon einen Zusammenhang fest: Je schlechter die Straßenverhältnisse, um so grandioser die Landschaft.

Direkt an der griechischen Grenze stoppten wir die Fahrt nach Süden, bogen ostwärts ab in Richtung Leskovic (daran fuhren wir vorbei) und Erseke (bis dorthin kamen wir nicht). Ziel war der laut Reiseführer „abgelegenste Camping Albaniens“, die Farma Sotira. War das letzte Stück vor der Grenze mal wieder gut ausgebaut, ebenso wie die Strecke von dort bis Leskovik, so ist über den weiteren Verlauf der Straße nur zu sagen, dass man zu Fuß eventuell nicht sehr viel langsamer gewesen wäre. Wir schrauben uns inmitten von Mischwäldern bis auf knapp über 1.000 m hoch, erreichen die Farm dann nach 62 Tageskilometern in 2:25 h reiner Fahrzeit. Nach Bordcomputer sind das 25 km/h im Schnitt.
Den Tag beenden wir bei über 20 °C (immerhin auch auf dem Platz knapp 1.000 m Höhe) und Sonne mit gepflegtem Nichtstun.

Zwischenbemerkung nach rund einer Woche im Land zu den Menschen: Sie sind überaus freundlich! Im „schlimmsten“ aller Fälle werden wir, oder das Wohnmobil, mit offenem Mund angestarrt – die Wohnmobildichte scheint auch in der Saison nicht sehr hoch zu sein, jetzt, im April, haben wir in der Woche vielleicht 15 Mobile (inkl. Kastenwagen) gesehen, davon 12 auf Stellplätzen.
Busfahrer, LKW-Fahrer, alle möglichen Gefährte hupen oder winken oder Licht-hupen. Am Anfang dachte ich, unser Licht wäre defekt oder es gäbe viel Warnungen vor Polizeikontrollen – nein, wir werden einfach be- oder gegrüßt. Winkt man jemandem, der einfach „guckt“, wird fast immer zurück gewunken. Und – es wird geholfen! Beispiel: Wir fuhren eine enge Straße hinter einem Betonmischfahrzeug her. An einer 500 m langen 15-%-Steigung wollte ich diesem Fahrzeug einfach ein Stück Abstand nach vorn lassen – auf solchen Rampen fahre ich dann lieber am Stück hoch und muss nicht stehenbleiben oder die 5 km/h des Baufahrzeuges halten. Also blieben wir am Fuße der Steigung stehen – zufällig auch noch ein Abzweig, an dem eine andere Straße steil abwärts führte. In den 30 Sekunden Wartezeit hielten zwei Fahrzeuge neben uns und machten uns klar, dass wir bloß nicht rechts fahren sollten, sondern links den Berg hoch.
So gleicht das bisherige Fazit in einem Punkt schon mal unserem nach dem Rumänien-Urlaub: Armut (und die gibt es noch ausgeprägt) führt *nicht* zwangsläufig zu Unfreundlichkeit oder gar Kriminalität (wir haben uns noch keine Sekunde unsicher gefühlt). Vielleicht sogar eher zum Gegenteil! Und ein „komisches Reiseziel“ ist Albanien ganz und gar nicht.

 

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Osum-Canyon

20.04.2018

Wir starten wieder zeitig, das heutige Ziel ist zwar nicht sehr weit, aber die Straßen werden wohl keine großen Geschwindigkeiten zulassen. Vorher noch schnell ver- und entsorgen und bezahlen, der Platz ist mit 1.000 Lek (oder 7,50 Euro) zwar für hiesige Verhältnisse nicht gerade günstig, aber der Preis aus unserer Sicht sehr angemessen. Neben 4 „Bädern“ verfügt der Platz über Waschmaschinen und sogar ein Bügelbrett, das Restaurant ist natürlich ebenfalls geöffnet. Jeder Stellplatz hat eine eigene Steckdose, die Plätze sind auf Schotter / Rasen, es gibt wegen des noch recht jungem und damit niedrigen Bewuchs auch einige sonnengeschütze Plätze unter Schattennetzen.

Nach dem Start verlassen wir die Hauptstraße gleich wieder und biegen am Militärflughafen ab, dahinter geht es nach Perondi. Dort gibt es eine der schönsten Kirchen Albaniens. „Shën Kolli“ heißt diese und stammt aus dem 10. Jahrhundert. Zunächst fällt uns im Ort ein kunterbunt-fröhlicher Bereich auf, der offensichtliche Dorftreffpunkt, Park und Kindergarten in einem ist. Oft reicht es (finanziell) wohl noch nicht für „Unsere schönste Gemeinde“, und so wird zumindest erst einmal was möglich ist mit Farbe versucht zu erreichen. Ähnliches hört man zB. auch von den grauen Plattenbauten-Hochhäusern in Tirana, die ebenfalls zunächst farbig aufgepeppt wurden.

Begrüßung an der Kirche

Direkt nebenan steht auch schon die Kirche, begrüßt werden wir von einem Huhn mit Küken. Ein freundlicher Herr öffnet uns auch gleich, Kirchen sind hierzulande stets verschlossen. Innen ist alles sehr, sehr einfach, dennoch schön. Neben der Kirche wird gerade ein Landschaftspark angelegt, vorm Ort offensichtlich irgendeine Fabrik oder ein Weingut gebaut – hier versucht man sich augenscheinlich am „Aufschwung“. Und bei der Abfahrt des Wohnmobils werden wir von einer größeren Menge fröhlicher Kinder beäugt, bewinkt, dann auch „verfolgt“ – jeder will schneller sein als dieses komische Auto. Generell haben wir den Verdacht, dass den Blicken nach zu urteilen hier zumindest keine Heerscharen an Wohnmobilisten entlang rollen …

Kirche in Perondi

„Shën Kolli“ ist hier im Blog einmal eine Ausnahme in der originalen Schreibweise. Gesprochen wie ein offenes ö gibt es eine deutsche Tastatur normalerweise nicht her. Meine Schreibweise ist sicher oft nicht korrekt, allerdings fanden sich bereits in der Reisevorbereitung in diversen Quellen eben auch diverse Schreibweisen. Da unterscheidet sich der Reiseführer von Google-Maps, und die freytag&berndt – Landkarte schreibt manches wieder anderes.

Wir rollen weiter nach Berat, der Verkehr wirkt chaotisch, funktioniert aber ziemlich gut. Danach geht es rund 50 km weiter in Richtung Corovoda. Die Landschaft ist sehr schön, immer am Fluß Osum entlang gibt es rechts und links erst Hügel, später Berge. Im Hintergrund sind diverse Gipfel und Bergrücken auf über 2.000 m nach wie vor weiß. Entlang der Straße finden sich immer wieder Steinbrüche, und dann auch eine Mamutbaustelle entlang des Flusses. Wir haben es auf den Schildern nicht ganz verstanden, aber irgendwie wird hier wohl der Flusslauf reguliert, naturiert oder was auch immer. Es werden massive Erdarbeiten durchgeführt, riesige Rohre verlegt, dazu Baustraßen in den Fels gehauen. Und die Anlieferung der Rohre erfolgt unter Polizeischutz, einfach, um die Straße dafür frei zu bekommen.

„Straßen“ – auf diesen 50 km schaffen wir dann heute wirklich einmal die angekündigten 25 kmh Schnittgeschwindigkeit, neu gemachte Stücken wechseln mit Schotter und Löchern, Verwerfungen, Randabbrüchen … Dazu werden wir regelmäßig von Einheimischen überholt, fast immer im Mercedes, fast immer wird der Überholvorgang durch Hupen angezeigt.

(Mouseover = Bildbeschreibung, Bild anklicken zum Vergößern)

Mittagspause

Hier lohnt der Haltepunkt gleich mehrfach 😉

In Corovoda verfahren wir uns, weil die Ortseinfahrt offensichtlich im Zuge der Bauarbeiten komplett neu ist (inkl. neuer Brücke), und weil das Navi mal wieder alles besser weiß ;-). Zwei steile Nebenstraßen (zum Glück ohne Gegenverkehr) später erreichen wir aber wieder die richtige Strecke. Es folgen noch einmal ca. 17 km entlang des Osum, der aber hier einen teilweise wirklich spektakulären Canyon in die Landschaft gegraben hat. Die Straße ist geteert, aber schmal – es hat aber auch sehr wenig Verkehr. An einigen Stellen kann man anhalten, es gibt ganz neu gebaut auch zwei Aussichtspunkte. Wir halten an jedem, und an einer Brücke über den Fluß machen wir jenseits Pause (ohne Auto, zu Fuß, die Brücke ist zwar für 10 Tonnen ausgeschildert, aber .. siehe Bild).

Auf den letzten Kilometern wird der Canyon flacher, an einer Raftingstation (noch nicht in Betrieb) gibt es einen Parkplatz fast am Wasser, und der wird zum (geplanten) Übernachtungsort. Teilen müssen wir ihn nur mit ein paar Ziegen und einigen Herdenhunden, die zwar mal „gucken“ kommen – es könnte ja was geben – ansonsten aber völlig unaggressiv sind und sich auch schnell wieder verziehen, wenn man ihnen das deutlich „sagt“.

Wir verbringen eine völlig ruhige Nacht (außer dem Rauschen des Osum), zwischenzeitlich kommt ein Fahrzeug, hält, wendet und fährt wieder von dannen. Am Morgen kommt ein älterer Mann (das nächste Dorf ist 4 km entfernt) zu Fuß, schaut, erklärt uns, dass er hier alles kontrolliere und das alles no-problem sei. Man kann ja Neugierde so oder so nennen ;-).
(80 km)

21.04.2018

Die nächsten Ziele sind alles Stellplätze, die auch „mal nicht funktionieren“ könnten, zudem sind auch die 80 km von gestern (25 kmh Schnitt) vorher erneut zu bewältigen. So entschließen wir uns, einfach nur diese 80 km zu fahren und noch eine Nacht in Berat zu verbringen. Zunächst steuern wir „Villa Juri“ mitten im Ort an. Hier ist allerdings noch ganz sehr VOR-(der)-Saison-Betrieb, keiner da außer uns, dafür umfangreiche Bauarbeiten. Da wir die Stadt schon angesehen haben und uns die direkte Nähe nicht wichtig ist fahren wir wieder nach Norden aus dem Ort heraus und steuern einfach erneut „Berat Caravan Camping“ an. Vorher kaufen wir ein, essen Byrek und machen uns auf dem Campingplatz einen relaxten Resttag.
(73 km)

 

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Berat

18.04.2018

Warum sollte Albanien, was das Wohnmobil-Fahren betrifft, auch anders sein als Frankreich, Italien oder Rumänien? Heute hatten wir gleich doppelt das durchaus bekannte „geht-nicht-ist-nicht-sollte-nicht“ – Gefühl. Wir starteten zeitig in Pogradec und fuhren entlang des Ohrid-Sees gen Norden. Die Straße ist neu, gut ausgebaut und so kann selbst der Fahrer immer wieder seine Blicke schweifen lassen. Bei Lin, einen kleinen Dorf am Ufer, das erste Mal „ist nicht“. Am Straßenabzweig wurde gebaut, und vorm Ort fand sich kein vertrauenserweckender Parkplatz. Gut, also weiter. Die Straße führt nun weg vom See, hinauf zum Thana-Pass (um die 1.000 m hoch) in Richtung Landesinneres. Durch mal schroffe, später bergige Landschaft geht es bis auf 70 m Höhe hinab. Wir erreichen unser Ziel, die Stadt Elbasan.

In erster Linie wollten wir uns am nächsten Morgen („Früh ist Markt“) den im Wohnmobilführer beschriebenen Markt anschauen, dazu an einem Hotel / Resort („Kriva“) nächtigen. Etwas ab vom Stadtzentrum gelegen in einem Industriegebiet wurden wir mit einem gepresst freundlichen „How are you?“ begrüßt, als nächstes offerierte man uns dann „fifteen E-Uros, only parking, one night“. 15 Euronen für einen relativ häßlichen Parkplatz mitten im Industriegebiet? Nö, sagten wir uns und der „netten“ Dame und schwirrten wieder von dannen … Zur Verdeutlichung ihres ungewohnt „günstigen“ Angebotes rief sie uns dann noch hinterher, dass sie „fifteen“ meint, und nicht „fifty“ ;-).

Da es immer wärmer wurde, wir irgendwie auch nun nicht mehr wirklich Lust auf Stadt hatten (es war ziemlich voll, wohl Mittags-Verkehr) fuhren wir weiter. Schließlich stand in Richtung Berat eine Strecke auf dem Plan, die durch die schöne Landschaft der Dumreja-Seenplatte führen sollte. Der Abzweig dahin von der Hauptstraße war schnell erreicht und gefunden. Der zweite Abzweig nicht mehr, er trat beim wiederholten Vorbeifahren als Baustelle in Erscheinung. Beim dritten Anlauf erwies diese sich allerdings als befahrbar. Wenige Kilometer weiter wieder eine Baustelle – nun gut, also auch hier durch. Irrtum – nach etlichen Kilometern Geholpere zwischen Baufahrzeugen hindurch war irgendwann einfach Schluss – zumindest für unser Empfinden, was man einem (unserem!) Wohnmobil noch antun sollte… Dass einheimische Auto- und auch Buslenker da anders denken mag sein, die sind’s halt auch gewohnt.

„Straßenreinigung“ kurz vor Berat

So nahmen wir dann per SH4 und SH7 Fahrt auf in Richtung Berat. Ein Espresso unterwegs, der ob der guten, italienischen Qualität (zu 70 Lek, was knapp über 50 Cent heißt) unsere Laune aufbesserte. 12 km vor Berat bogen wir rechts ein in ein schön gestaltetes Gartenareal mit anschließendem Stellplatz. Zur Begrüßung gabs zwei Eiskaffee auf’s Haus, und so waren wir mit der Welt dann doch wieder versöhnt.
(202 km vom Ohrid-See nach Berat mit diversen „Umwegen“)

19.04.2018

Tagesprogramm: Mit dem allgegenwärtigen Minibus nach Berat! Raus aus dem Camping-Platz, auf die Straße und Ausschau nach einem Bus gehalten, schon hielt einer. 100 Lek (75 Cent) pro Nase – auch für Fellnasen – und wir landeten auf dem Busbahnhof von Berat, von dort per Stadtbus ins Zentrum (letzteres für 30 Lek = 25 Cent pro Menschennase, Verkauf vom Schaffner). Nach leichter Desorientierung landen wir zunächst im Stadtteil Mangalem, der osmanisch geprägt ist.

Stadt der 1.000 Fenster

Die Häuser haben in der oberen Etage alle durchgehende Fensterreihen, das gab Berat den Beinamen „Stadt der tausend Fenster“. Danach gings (schweißtreibend) hinauf zur Burg und dem darin befindlichen Stadtteil Kalaja. Alte Steine, Händler mit Andenken, schöne Ausblicke auf die Stadt und die Umgebung und natürlich eine Einkehrmöglichkeit erwarten uns. Wir schlendern durchs Gelände und die alten Gassen, vorbei an eingefallenen Kirchen, Katzen und Hühnern.

Abstieg von der Burg mit Blick auf Berat – mit der Kuppel die Universität

Wieder bergab und unten über den Fluß erlaufen wir auch noch Gorica, den dritten Stadteil, mit seiner gleichnamigen alten Brücke.

Junggesellenmoschee (mit sehr schöner Bemalung), Bleidachmoschee, Kathedralen, orthodoxe Klöster – alles findet sich hier auf engstem Raum. Dazwischen ein Boulevard für Fußgänger (es wird hier wie überall relativ streng „rechts gegangen“) mit einem Café an der nächsten Bar – alle sowohl am relativ frühen Vormittag als auch gegen Mittag gut besucht. Gegenüber unter Bäumen das wohl überall gleiche Bild: Domino spielende alte Männer.

Der Rückweg im Minibus ist ein wenig stressig, weil selbiger übervoll, die Akzeptanz von deutschen Hunden an der Leine in diesen kleinen Bussen nicht überall groß und die Wärme ganz schön drückend ist. Trotzdem ein sehr schöner und lohnender Ausflug. Und wir bleiben vor der nächsten Etappe auf dem „Kamping Berat“ einfach noch eine Nacht stehen.

 

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Albanien – Anreise und Ankunft

Anreise

Entgegen unserer sonstigen Gewohnheiten wollten wir diesmal mit 2 – 3 Fahrtagen schnell in unsere Urlaubsregion kommen. Wie immer hatte ich die ersten Tage recht differenziert und genau geplant, es gab Übernachtungsplätze für eine sehr ambitioniert geplante, ganz schnelle Anreise. Dazu hatte ich aber auch viele Zwischenstopp-Möglichkeiten ausgesucht, um die Anreise auch in kürzeren Etappen zurücklegen zu können. Um die Reise reibungslos zu gestalten hatten wir alle Möglichkeiten, Maut vorab zu kaufen, ausgeschöpft: Die Vignette für Tschechien war beim ADAC gekauft (20,95 Euro inkl. Versand für einen Monat), für die Slowakei (14 Euro für einen Monat) und für Ungarn (37,35 Euro , 1 Monat) hatten wir die elektronische Maut vorab auf der jeweiligen Website gekauft und bezahlt.

Geplante Tour zur Anreise: Prag, Brno, Bratislava, dann weiter nach Budapest und von dort einmal längs durch Serbien bis zur mazedonischen Grenze; vorbei an Skopje in Richtung Albanien bis zum Ohrid-See.

14.04.2018

Nach Start um 11 Uhr ging es zur Autobahn. Bis Prag war wie immer alles bestens, auf der Strecke nach Brno hatten wir uns auf „Ruckelpiste“ (siehe Urlaub in Rumänien vor 3 Jahren) und Baustellen eingestellt. Hier müssen wir unsere Nachbarn aber einmal loben, die Straßen bis Brno sind mittlerweile zu größeren Teilen gut befahrbar, Baustellen gibt es noch einige, aber wir verloren keinerlei Zeit durch Staus. Für die Slowakei hatten wir eigentlich die mautfreie Version (Landstraße neben der Autobahn) geplant, aber die 14 Euro Maut waren im Tausch gegen mindestens 1 Stunde Zeitgewinn (und auf der Rückfahrt ja wieder) gut angelegt – vor allem wenn man schnell voran kommen will.

Alle geplanten Zwischenstopps kamen uns noch zu früh und so ging es vorbei an Györ und Budapest weiter Richtung Süden. Bei Lajosmize war dann kurz vor Keskemet Schluss für den ersten Tag, am Reiteramp Tanyascarda wollten wir die Nacht verbringen, das war auch die maximal geplante Strecke bis hier. Nach 9 Stunden hatten wir 755 km hinter und noch eine kleine Überraschung vor uns – der Stellplatz war (noch) geschlossen. Wir erinnerten uns, dass ein Restaurant zum Reiterhof gehört (ebenfalls noch zu), und dort fanden wir wenige Meter weiter eine riesigen Busparkplatz, ganz für uns allein und ohne jede Kosten.

15.04.2018

Zeitiger Start gegen 8 Uhr, das Ziel war Vranje ganz im Süden von Serbien. Relativ bald erreichten war die Grenze von Ungarn nach Serbien, und hier, an der Außengrenze der EU, war auf einmal auch alles wieder wie „Grenze“. Eine ungarische Polizistin hatte den bösesten Blick, zu dem sie fähig war, aufgesetzt, schaute in die Pässe und deutete dann auf’s Innere des Wohnmobils. Bitte, gern darf sie eine Blick herein werfen. Als dieser als erstes auf Dylan fiel war es mit dem „bösen Blick“ in weniger als einer Sekunde vorbei, ebenso mit der Kontrolle. Irgendwas auf Ungarisch wie „ach ist der süß“, schon war sie wieder draußen und wir durch die erste Kontrolle. Die serbische Seite freute sich, dass wir Pässe haben – erst ein Stempel (wild auf irgendeine Seite) beweist, dass die Grenze und die, die sie bewachen, sehr wichtig sind. Der Zöllner hatte mehr damit zu tun, sich darüber zu freuen, dass wir mit dem Wohnmobil gerade so durch die Kontrollstation passten, rechts und links mal wieder bestenfalls 10 cm an den Spiegeln …

Die Autobahn in Serbien ist in einem, sagen wir mal nicht ganz optimalem Zustand. Durch und um Belgrad auch mal nur zweispurig, durchgehend aber „holprig“. Letzteres führte auch zu einem uns bis dato unbekanntem „Geschäftsmodell“: Irgendwann auf weiter Strecke zog ein nagelneuer Mercedes an uns vorbei, lässt sich wieder auf unsere Höhe zurückfallen und fuchtelt mit den Armen und zeigt auf unser linkes Vorderrad. Gut, ich halte mal mit ihm zusammen an. Er zeigt aufs Vorderrad und hat im Vorbeifahren mit 130 kmh direkt und ohne jeden Zweifel den Lagerschaden erkannt. Fachmännisch fasst er ans Rad, wackelt, dreht am Lenkrad, und 10 sec später „weiß“ er einen „Service“, rein zufällig 3 km weiter. Er wird uns sicher dorthin geleiten, und um die Dramatik der Situation zu unterstreichen, fährt er mit 30 kmh und Warnblinke vor uns her. Was der gute Mann nicht wissen kann (siehe unseren Italien- und  zweiten Frankreichurlaub): ich weiß aus allerbester (oder schlechtester) eigener Erfahrung, wie sich ein Lagerschaden an einem Wohnmobil anfühlt. Ich hatte das einmal rechts und dreimal links vorne … So folgen wir ihm „pflichtbewusst“ bis zur Ausfahrt (mit Warnblinke, langsam, auf dem Standstreifen), lassen ihn dann aber doch alleine zu (sicher) seiner (eigenen?!) Werkstatt fahren und rollen weiter Richtung Süden.

Die Landschaft rechts und links würde ich mit relativ unspektakulär bezeichnen, eben flaches Land, ganz im Süden dann mal ein paar Berge.

Kurz vor dem Tagesziel noch eine zweite, ein wenig negative Erfahrung, die aber auch eigene Schuld ist. Wir wollten noch vorm Tagesziel tanken, die Tankstelle gehörte eigentlich zur alten Landstraße und nicht zur gerade neu gebauten Autobahn, war auch mehr Dorftanke denn Autobahnrastplatz. Naja – das Kreditkartengerät ging dann (zufällig?) nicht, serbische Dinar hatten wir nicht genug, also Bezahlen in Euro … der Umrechnungskurs hätte sogar jeden Wechselstubeninhaber rot werden lassen …

Wettgemacht hat unser (erstes, sehr unvollständiges) Serbienbild der Inhaber vom Enigma-Camping in Vranje: nett, zuvorkommend, fließend englisch. Immer anwesend, nie aufdringlich. Und – weil eben Nebensaison und noch gebaut wird – mit einem gehörigen Abschlag auf den Normalpreis (wir zahlten 10, angegeben sind meistens ca. 20 Euro pro Nacht inkl. Strom und Wasser).

16.04.2018

Wieder früher Start. Die Grenze nach Mazedonien – auf serbischer Seite die überhebliche Desinteressiertheit in Person, auf der anderen Seite einfache Abwicklung. Einzig wichtig – die grüne Karte fürs Auto. Die Landschaft wurde bergiger, die ersten Gipfel mit Schnee waren zu sehen. Die Straße an Skopje vorbei zunächst noch Autobahn, irgendwann ging selbige in zweispurig über und diese dann in Ruckelpiste. Überall ist zu sehen, dass die Autobahn (ein Mamutprojekt, eben durchs Gebirge) gebaut wird, streckenweise ist sie fertig, an anderen Stelle werden wohl noch Jahre vergehen…

Der Ohrid-See, leider ein wenig dunstig und in Wolken

Zunächst landen wir in Ohrid, am gleichnamigen See. Leider ist es dunstig, bewölkt und regnet ab und an bei ca. 15°C. Aber für unsere Runde durch den Ort mit schöner Seepromenade und interessanter, enger Altstadt am Berg kommt zumindest kein Wasser von oben. Der See läuft dafür fast über, Schneeschmelze oder viel Regen in letzter Zeit, wir wissen es nicht. Stellplatz gibt es keinen, so fahren wir am See weiter Richtung Süden. Zwei geschlossene Campingplätze später kommen wir dann zum Kloster Sveti Naum.

Klosterkirche im Kloster Sveti Naum

Selbiges ist eine sehr schön gestaltete Anlage, mit Park, Geschäften, Seeblick, dem eigentlichen Kloster, der alten Klosterkirche, romantischen Seen und natürlich mit Restaurants. Wir schauen uns alles an, und da der Parkplatz mit 3 Euro laut Parkplatzwächter „no time“ hat, beschließen wir auf selbigem auch gleich zu übernachten.

Fazit Anfahrt: Bis Albanien ist die Anreise in 48 h machbar. Das bedarf allerdings Vorbereitung (Maut) und wenig Pausen. Die streckenbezogene Maut in Serbien und Mazedonien kann überall problemlos in Landeswährung oder in Euro bezahlt werden. Landeswährung bekommt man an einigen Raststätten, teils in Wechselstuben, teils an Automaten. Nicht alle Automaten nahmen allerdings unsere VISA-Karte.  Kartenzahlung bei der Maut haben wir nicht ausprobiert.

Zu Serbien können wir nichts sagen, wir haben de facto außer am Campingplatz die Autobahn nicht verlassen, die zwei Negativ-Erfahrungen hat der Campingplatz mit seinem netten Betreiber mehr als wett gemacht.

17.04.02018

Der Ohrid-See und seine Umgebung sind eine sehr faszinierende Landschaft. Der See selber ist mit einem Alter von 2 – 5 Millionen Jahren einer der ältesten der Welt, dazu das tiefste Gewässer des Balkans und auch eines der größten. Er liegt auf über 600 m Höhe, eingeschlossen von grünen Hügeln bis hin zu über 2.000 m hohen Bergen, deren Spitzen auch jetzt Ende April noch weiß sind.

Heute Morgen fuhren wir immerhin 8 km, um das Bio-Kamping Pogradec zu erreichen. Zuvor die vorläufig letzte Landesgrenze. In Mazedonien war gegen 8 Uhr der Schlagbaum noch nicht besetzt, die beiden freundlichen Herren bemühten sich dann aber darum, uns aus dem Land zu lassen. Wie immer der Blick auf die grüne Versicherungskarte des Autos und, zum ersten Mal auf dieser Tour (und überhaupt, seit ich mit Hunden reise) die Frage nach dem Heimtierausweis. Wenige Meter weiter die Einreise nach Albanien dauerte ein wenig, der PC wollte wohl nicht so recht, es musste erst an den Steckdosen gewackelt werden … Aber auch hier die Einreise problemlos, mit einem entschuldigenden Lächeln (von einem Grenzer!!), weil es ein paar Minuten gedauert hatte.

Die Straße bis nach Pogradec verschaffte uns einen ersten Eindruck, was uns wohl in den kommenden Tagen erwarten wird. Den nicht beworbenen Campingplatz fanden wir schnell, wurden freundlich begrüßt und „wanderten“ dann zunächst einmal in den Ort, um uns mit Essbarem und Bargeld zu versorgen. Zu Mittag gab es im Restaurant des Platzes extrem leckeren Fisch (Ohrid-Forelle) mit Salat und einem einheimischen Bier (wie immer im Süden leicht und sehr kalt). 17 Euro inkl. Getränk sind zwar nicht billig, waren aber allemal angemessen und viel eher sehr günstig.

Das Wetter meint es bisher gut mit uns, nachdem der See gestern noch im Dunst- und Regenschauer lag hatten wir heute Sonne. Die Temperaturen sind auf 600 m Höhe halt recht frisch, aber die Obstbäume haben die Blüte fast oder ganz hinter sich, es ist also eher Spätfrühling.

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Winter und Frühling

Im Januar konten wir uns nur zweimal aufraffen, gleich am 01.01. blieben wir in der Gegend um Cunnersdorf und wanderten die „Lange Fünf“ zur Grenzbaude und vorbei am Taubenteich zurück. Am 06.01. ging es über die Wintherleitenstraße Richtung Rosenthal, dort über die Lampertstraße und dann durch’s Pechloch zurück. Beide Touren (16,4 und 14,3 km) waren eher kalt und ungemütlich, so dass es bis Ende März dauerte …..

24.03.2018 Vom Parkplatz Kleingießhübel den Hirschgrund hoch, zwischen den Zschirnsteinen zum Wolfsberg, weiter über Schöna zur Elbe runter, dort nach Tschechien bis Dolni Zleb. Hoffnung auf ein Bier: Fehlanzeige. Den steilen Berg wieder hoch Richtung Böhmisches Tor wurden wir von Eis und Schnee überrascht (nur am Boden, nicht von oben). Wir kamen uns vor wie auf einem Gletscher…. 23 km

Blick auf die Schrammsteine von Schöna

30.03.2018 Parkplatz Schöne, Aschersteig zur Elbe. Mit der Fähre rüber nach Schmilka, zur Kleinen Baste und von da uf den völlig unspektakulären Kleinen Winterberg. Zurück über Schmilka und den Aschersteig hoch hatten wir zwar „nur“ 17 km, aber auch 768 Höhenmeter bewältigt. Am 31.03. gab es deshalb nur eine Tour zum „Auslaufen“, den Taubenbachweg hinter und wieder vor, 8 km.

Gelobtbachtal

02.04.2018 Wieder ab Schöne, diesmal vom Parkplatz am Zirkelstein, ging es vorbei an selbigem in Richtung Zschirnsteine. Bei „Kreusels Eiche“ bogen wir ab und wanderten das Gelobtbachtal hinab. Zuerst auf einem breiten Weg, später auf einem traumhaften Pfad der Elebe entgegen. Nur die letzten Meter unten sind grenzwertig … (rutschige, sehr schräge Steinplatten).
Bergauf hatten wir uns den Schiebegrund ausgesucht, ein wenig begagngener Aufstieg. Leider erwischten wir die falsche Seite vom Bach und kletterten recht unwegsam nach oben. Auf der – bergauf – linken Seite gehts einfacher.. ;-). 13,4 km.

08.04.2018 Mal wieder von der Haustüre los, die Winterleitenstraße bis Rosenthal. Eigentlich wollten wir weiter auf den Schneeberg, aber fast stürmischer Wind und damit recht fröstlige Temperaturen ließen uns vor der Grenze abbiegen, entlang der Fuchsbachstraße und am gleichnamigen Teich gings wieder heim. 18,4 km.

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Weihnachtsurlaub 2017

Start: 16.12. von Cunnersdorf nach Freiberg in Sachsen (97 km). Nach dem abendlichen Jahresabschlusskonzert („35 Jahre Keimzeit“) ging es am 17.12. auf leicht verschneiten Straßen (nur bis zur A4) weiter nach Göttingen (330 km). Am späten Nachmittag schlenderten wir durch die Stadt, von der vor lauter Weihnachtsmarkt-Deko nicht so viel zu sehen war.

18.12. von Göttingen nach Bremen (255 km), Stadtbummel inkl. „Schlachte“ und Besuch an der Leiter bei Honni. Den Abend verbrachten wir zusammen gemütlich in der Kneipe des „Meisenfrei“.

Und am 19.12. rollten wir dann vorbei an Hamburg und Lübeck nach Schashagen an den Bliesdorfer Strand (224 km) zum Campingplatz Walkyrien, wie jedes Jahr um diese Zeit. Hier ein paar Bilder vom 21.12.2017:

Stellplätze:
Freiberg – Stellplatz am Johannisbad, 50.9141 , 13.3338, 10 Euro / Nacht
Göttingen – Stellplatz am Badeparadies Eiswiese, 51.5217 , 9.9297, 9 Euro / Nacht
Bremen – Stellplatz „Am Kuhhirten“, 53.065 , 8.8188, 15 Euro / Nacht
Bliesdorfer Strand – Stellplatz „Ostseeblick“, direkt vorm Camping „Walkyrien“, 54.1192 , 10.921, 7 Euro / Nacht (Preis gilt nur im Winterhalbjahr)

24.12.2017:
Waren es in den letzten Jahren vor oder zu den Feiertage in der Regel drei bis vier Wohnmobile, so „drängelten“ sich in diesem Jahr am Mittag des 24.12. zehn Wohnmobile auf dem Platz. Leider war diesmal „Kuscheln“ angesagt, alle wollten in der ersten Reihe stehen:

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Heimweg

13.10.2017
777 km von Le-Grau-du-Roi nach Ortenberg

Die Camargue verabschiedet uns am Morgen mit Nebel, die Provence zeigt uns noch einmal ihr schönstes Licht im Vorbeifahren, das Burgund strahlt im schönsten Herbstkleid mit der Sonne um die Wette und ganz am Ende des Tages empfangen uns die Vogesen „drüben“ in Frankreich und der Schwarzwald mit einem farbigen Sonnenuntergang.

14.10.2017
465 km von Ortenberg nach Erfurt

15.10.2017
259 km von Erfurt nach Hause (Cunnersdorf)

Bei schönem Herbstwetter reisen wir durch Deutschland nach Hause. Hinter uns liegen 4.399 km, für die wir 75:42 h im Auto unterwegs waren. Das ergibt einen Schnitt von 57 kmh, Diesel haben wir ca. 470 Liter oder im Durchschnitt 10,7 l / 100 km verbraucht. Unterwegs waren wir 29 Tage.

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Richtung Nord-Osten

11.10.2017
222 km von Collioure nach Le-Grau-du-Roi

Nachdem wir nun bereits erste Kritiken für unsere Blog-Urlaubs-Berichterstattung einstecken mussten (zuuu lange Urlaub, zuuu schönes Wetter, zuuu blaues Meer) haben wir Konsequenzen gezogen ;-)!!!

Zunächst haben wir in Collioure die generelle Fahrtrichtung von Süd-Westen auf Nord-Osten geändert, sprich: der Anfang vom Urlaubsende ist da und auch wenn die 222 km an den Rand der Camargue nach Le-Grau-du-Roi noch nicht als Heimweg gelten geht es zumindest nicht mehr der Sonne hinterher. Außerdem haben wir an der Sache mit dem Wetter gearbeit, alles weitere zeigen die folgenden Bilder:

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Den Stellplatz in Le-Grau-du-Roi hatten wir in 2013 kennengelernt, aus „nostalgischen“ Gründen landen wir also heute wieder am Rande der Camargue und werden hier die letzten beiden Urlaubstage am Meer verbingen.

12.10.2017
0 km, wir bleiben in Le-Grau-du-Roi

Das Wetter ist wieder schöner, nach morgendlichem „grau“ strahlen ab 10 Uhr die Sonne und der blaue Himmel um die Wette und verschönern uns den letzten wirklichen Urlaubstag (die restlichen werden wir zum Fahren brauchen).

Stellplatz 30240 Le-Grau-du-Roi  Rue du Commandant Marceau (12 Euro)
43.5406 , 4.1335

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Sommerfrische

08.10.2017
15 km von St.-Pierre-sur-Mer nach Gruissan

Achja, der Hafen von Gruissan …

Ein wenig kommen wir uns gerade vor wie in der Sommerfrische – damit das Gefühl nicht überhand nimmt haben wir heute immerhin 15 km Richtung Süden zurückgelegt und sind in Gruissan angelangt, der Stellplatz am Hafen erschien uns für heute gut, da es ein wenig stürmt (bei ansonsten blauem Himmel und eben sommerlichen Temperaturen). Sollte der Wind nachlassen erwägen wir für morgen (oder übermorgen) immerhin (sic!) den Wechsel auf den anderen Platz am Orte (Gruissan-Plage). Ansonsten halt eben weiterhin … Sommerfrische.

Da es zum Stellplatz (aus Norden kommend sollte man die Umgehungsstraße nutzen) und zum Ort (Retorte, im alten Teil zwei Gassen mit Touristenshops, sonst Ferienwohnungsresidenzen…) nichts weiter zu schreiben gibt war es das auch schon ;-).

09.10.2017
Gruissan 0 km

Nachtrag zu gestern – am Nachmittag „wanderten“ (gesamt ca. 5 km) wir nach Gruissan-Plage, beobachteten Kite- und Windsurfer, schauten uns den Wohnmobilstellplatz an und besahen uns die Ortschaft, die durch die Surfer immerhin noch ein sehr belebtes Strandleben hat. Den Plan, mit dem Wohnmobil hierher zu wechseln,“ gaben wir aber auf.

Gestern wie heute war der Himmel zwar weiterhin blau, die Temperaturen von über 20°C waren aber kaum noch zu spüren, da ein teils heftiger Wind wehte. So bummelten wir heute noch einmal in den Ort und beschlossen an einem faulen Tag in der Sonne, morgen weiter zu fahren.

Stellplatz Aire de 4 Vents (9 Euro inkl. V+E)
43.1036 , 3.0991

10.10.2017
108 km von Gruissan nach Collioure

Der Wind flaute über Nacht völlig ab, und wir waren gegen jede Gewohnheit (Sommerfrische!) schon um 9 Uhr auf der Piste. Allerdings lag es auch daran, dass wir ohne Frühstück los mussten, es war nix mehr da.. ;-).

Am Ortsrand von Narbonne änderten wir den Zustand, nichts zu Essen zu haben, in einem Carefour gründlich und holten das Frühstück gleich am Ort nach. Im Übrigen ist direkt am Einkaufszentrum ein großer separater Parkplatz als Tagesparkplatz für Wohnmobile ausgeschildert (43.180328, 3.028264). Hier kann man also sein Womo abstellen, wenn man den Ort besichtigen will.  Wir wollten aber weiter, fuhren kurz für eine Abfahrt (und 60 Cent Maut) auf die Autobahn und dann über die D6009 (später D900, dann D914) immer schön neben der A9 weiter Richtung Süden. Das Wetter ist traumhaft, der Himmel blau, die Berge der Pyrenäen kommen ins Blickfeld. Vorbei an den bekannten Strandorten Leucate (und Leucate Plage) und Argeles-sur-Mer und auch an der wohl schönen Stadt Perpignan geht es immer weiter Richtung Spanien. Irgendwann begrüßt uns ein Schild in „Katalonien“, teilweise sind die Schilder nicht mehr (nur) französisch, auch der Baustil ändert sich. Schon lange sind wir in einer ganz anders geprägten Region als Provence, hier ist südliches Roussilion, hier ist „fast-Spanien“ und „ein-bißchen-Katalonien“.

Collioure – vom Womostellplatz aus gesehen

10 km, bevor wir die Grenze erreichen würden biegen wir dann doch ab und erreichen unser heutiges Ziel: Collioure. Das kleine Städtchen liegt malerisch an der Küste in den Ausläufern des Monts Albères in einer bzw. mehreren Buchten. Über dem Ort thront ein Fort, eine weitere wuchtige Befestigungsanlage „bewacht“ den Hafen, eine auffällige Kirche steht auf einer kleinen Landzunge … Dazwischen Badebuchten, Strandboulevards, kleine Bistros und viel Leben.

Henri Matisse und viele andere Künstler waren um 1905 hier, entwickleten einen neuen Mal-Stil (viel Farbe, obwohl damals noch die „geistreiche“ -schwarz-weiß- Zeichnung als das Maß der Dinge galt); und noch heute findet man überall Reproduktionen ihrer Bilder an Hauswänden angebracht. Besonders spannend – leere Bilderrahmen aus Metall zeigen an vielen Stellen genau den Blick, den der Maler vor Augen hatten, als bestimmte Bilder entstanden.

Nach einem schönen Tag wandern wir wieder hinauf zu unserem Stellplatz am „Neuen Friedhof“, nicht ganz ruhig gelegen, aber für eine Nacht und zum Übernachten nach (oder vor) dem „Stadt-Gucken“ völlig okay.

Stellplatz „P1“ Collioure (10 Euro)
42.5228 , 3.0665
(Achtung –  der in vielen Datenbanken noch angepriesene heute P2 genannte Platz ist nicht mehr für Womos zugelassen und zur Zeit auch komplett gesperrt)

 

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Versuchte Stadtbesichtigungen

07.10.2017
137 km von Saint Jean-de-Fos nach St.-Pierre-sur-Mer

Nachtrag zu gestern – die Schranke ging nach ruhiger und kalter Nacht (nur 11°C am Morgen) ohne jegliche Probleme auf, so dass der Stellplatz „kostenlos“ war.

Die Geschichte der beiden Stadtbesichtigungen in Lodève und Pezenas ist eigentlich ganz schnell erzählt: Urlaubstechnisch vergessen waren die Wochentage, heute also Samstag, und selbiger ist oft Markt-Tag. Und in kleinen Orten finden selbige recht häufig auf den Plätzen statt, die 6 1/2 Tage die Woche als Parkplätze, auch für Womos, herhalten könn(t)en ;-). Dass man in Lodève die Umleitung wegen des Marktes durch die Altstadt auf 3,5 Tonnen beschränkt, ist zwar nett, aber wenig hilfreich, wenn Straßen so zugeparkt werden, dass die Durchfahrtsbreite bei 2,45 m ist.. (unser Womo hat 2,30 m). Wir haben keine Kratzer, alle Spiegel sind noch dran, aber dennoch raten wir Wohnmobilfahrerern von Lodève (mindestens samstags) doch eher ab.

Auf weitere Experimente hatten wir keinen Bock, also fuhren wir ….. mal wieder ans Meer und zwar auf einen bekannten Stellplatz – am Etang bei St.-Pierre-sur-Mer. Der Ort ist mindestens genauso ausgestorben wie 2013 bei unserem letzten Besuch (hier der Eintrag dazu), der Womo-Stellplatz halb gefüllt, was aber bei seiner Größe nicht schlimm ist. Wir spazieren am Meer entlang, einmal durchs Örtchen und dann war es damit dann genug Action für den heutigen Tag!

St.-Pierre-sur-Mer
Stellplatz Wohnmobilstellplatz Etang de Pissevache (8 Euro inkl. V+E)
43.1903 , 3.1969

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Gorges de l’Hérault

06.10.2017
113 km von Saintes-Maries-de-la-Mer nach Saint Jean-de-Fos

Drei Nächte und etwas mehr als zwei volle Tage – dann bekommen wir beide fast zur selben Zeit „Hummeln“ und wollen weiter ;-)! Am Morgen stehn wir zeitig (!) gegen 07:15 Uhr auf, um den Sonnenaufgang am Meer zu sehen – und auch, um loszufahren, bevor der Kassierer den nächsten vollen Tag bezahlt haben möchte (er kommt irgendwann zw. 8 und 9).

Stadtmauer um Aigues-Mortes

Nach dem Sonnenaufgang geht es also los, wieder durch die Camargue vorbei an schwarzen Büffeln und rosa Pelikanen und natürlich auch an weißen Pferden in Richtung Westen. Wir wollen uns Aigues-Mortes ansehen. Die Zufahrt in den Ort war schwierig, die Straßen wiedermal eng, nebenbei laufen die Vorbereitungen für irgend ein Volksfest am Wochenende, Schausteller versperren die Straßen, Einheimische sind genervt (und können nicht Auto fahren ^^) und dann führt uns das Navi zum Stellplatz direkt in eine enge Straße, an deren Anfang ein „Womo-verboten“ Schild prangt. Zum Glück gibt es einen weiteren Parkplatz, der für Wohnmobile erlaubt ist. Häßlich und teuer, aber da er im 15-Minuten-Takt abgerechnet wird dennoch geeignet für eine Stadtbesichtigung. Diese lohnt dann schon, der Ort ist komplett mit einer 11 m hohen Mauer eingerahmt, innen alles rechtwinklig, nette Gassen, schön zum Schlendern. Eigentümlich ist, dass einige Straßenzüge und Plätze mit hohen, recht stabilen Metallzäunen abgetrennt sind (die Tore sind noch geöffnet), wir nehmen an, dass man hier Stiere durch den Ort treibt, zu welchem Volksfest oder Gaudi auch immer. (Bereits in Saintes-Maries-de-la-Mer waren uns neben der in Betrieb befindlichen Stierkampfarena Schilder an den Straßen aufgefallen, auf denen vor „Pferden und Stieren“ gewarnt wird, die auf den Straßen unterwegs sein können …..)

Blick von der Pont du Diable in die Gorges l’Hérault

Eine Stunde und zwei Euro später sind wir wieder auf der Piste, vorbei an Le Grau du Roi und Le Grande Motte und am Stadtrand von Montepellier entlang geht es über die kostenfreie Autobahn 750 nach Westen. St.-Guilhem-le-Désert ist unser Ziel, auch wenn wir wissen, dass der Ort mit dem Wohnmobil nicht zu erreichen ist und es auch keine Parkplätze gibt (alles auf 2-Meter Höhe beschränkt). Wir gondeln durch das Weingebiet „Hérault“ über kleinere Straßen nach Saint Jean-de-Fos und hindurch, vorbei an der Pont du Diable über den Fluß Hérault und dahinter auf den großen Parkplatz bzw. die Wohnmobilabteilung. Kosten soll er laut Stellplatzdatenbank 18 Euro, so steht es auch an der Schranke, allerdings gibt’s kein Ticket und der grinsende französische Hymer-Fahrer radebrecht, wir sollen nur hineinfahren, die Schranke ginge auch ohne Bezahlen beim Rausfahren wieder auf. Wir werden das morgen früh testen!

Am Nachmittag starten wir in das Tal hinein zu Fuß, entlang der Schlucht, leider auch entlang der Straße. Es läuft sich ob des relativ geringen Verkehrs und des teilweise neben der Straße angelegten Weges ganz angenehm, und so sind wir nach einer reichlichen Stunde in St.-Guilhem-le-Désert, einem bezaubernden Ort, der in ein Seitental hinein ansteigt. Mittelpunkt ist die Kirche eines ehemaligen Klosters mit einem sehr schönen Kreuzgang, direkt daeben liegt der belebte, kleine Dorfplatz mit einer imposanten Platane. Wir schlendern die Gasse (eigentlich gibt es nur eine) hinauf und später wieder hinunter. Die Touristen, die den Ort „unter sich begraben“ (so der Reiseführer) sind nur noch in sehr geringer Anzahl vorhanden, und so erleben wir den Ort zumindest nicht übervoll, auch wenn echtes Dorfleben hier neben all den Touri-Shops nur noch an ganz wenigen Stellen sichtbar ist.

Nach ca. 10 km zu Fuß landen wir wieder am Auto und vertilgen zum Weißwein eine lecker zubereitete Dorade.

Stellplatz Le Pont du Diable (0 Euro?, sonst max. 18 Euro)
43.7029 , 3.5637

 

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Arles und dann wieder ans Meer

03.10.2017
59 km von Fontvieille nach Saintes-Maries-de-la-Mer 4133 (59 km)

Auch in Arles, unserem ersten Ziel heute, waren wir schon einmal, allerdings damals nur zum Entsorgen. Heute stellen wir uns erst einmal im mittäglichen Stau an, finden dann gleich am Bahnhof einen kostenfreien Busparkplatz, der uns Wohnmobilisten das Parken weder expliziet verbietet oder gestattet. Wir schlendern durch die Stadt, schauen uns auch (von außen und nur, weil sie am Wegesrand liegen) die römischen Zeugnisse der Vergangenheit an – eine Arena, in der die in Frankreich übliche Version des Stierkampfes noch heute stattfindet und eine Theaterruine. Die Stadt ist an den meisten anderen Flecken eher untouristisch, die Gassen und Plätze voll mit Straßenbistros und anderen Einkehrmöglichkeiten, diese wiederum alle ebenso gut gefült mit Einheimischen.

Auch van Gogh war in Saintes-Maries-de-la-Mer

Nach 2 Stündchen „schlendern“ erreichen wir unser Wohnmobil, mittlerweile sehr gut aufgeheizt, so dass wir direkt weiterfahren, um mit etwas Fahrtwind zu kühlen. Wir fahren direkt in die Camargue, machen unterwegs kurz Mittag und rollen dann nach 25 km plattem Land mit weißen Pferden, Landwirtschaft, Brandrodungen und nicht ganz gut riechenden Etangs in den Ort Saintes-Maries-de-la-Mer. Der (alte) Ot selber existiert kaum (noch), seine Bedeutung hat er heute in der Bereistellung aller Einrichtungen, die Strandurlauber brauchen… ;-). Dennoch ist dieses „Flair“ zumindest gut gemacht, wie wir auf einem spätnachmittäglichem Spaziergang feststellen. Mehr zum Ort und zu den bekannten Wallfahrten der Sinti und Roma bei Wiki hier.

Vor der Ortsbesichtigung jedoch fahren wir durch den Ort hindurch, noch 2 km weiter Richtung Westen, um einen großen Stellplatz (Daten ganz unten) direkt am Meer anzufahren, schließlich wollen wir jetzt mal wieder ein paar Tage einfach nur in der Sonne sitzen und nichts tun. Der Preis ist mit 13 Euro (inkl. V+E, Strom nicht vorhanden) egal, weil die Plätze an der Küste hier weit und breit sich wohl auf diesen (Einheits-)Preis geeinigt haben. Dafür sind die Stellplätze engermaßen groß, die Anlagen in Ordnung – und – der Platz auch nicht mal knapp zur Hälfte gefüllt.  Vor und nach dem Ortsspaziergang tanken wir Sonne….

Impressionen vom Abendspaziergang

04. und 05.10.2017
0 km und weiter Sonne tanken 😉

… und wieder ein paar Sonnenuntergangs-Bilder, diesmal in orange und lila 😉 :

Am Meer bei Saintes-Maries-de-la-Mer am Abend

Am Meer bei Saintes-Maries-de-la-Mer am Abend

 

 

Wohnmobilstellplatz Saintes-Maries-de-la-Mer (13 Euro)
43.4492 , 4.4048

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Noch ein zweiter Anlauf – St. Remy

02.10.2017
68 km von Fontaine-de-Vaucluse nach Fontvieille

Nachdem der zweite Anlauf mit der Quelle in Fontaine-de-Vaucluse nun geklappt hatte „wagten“ wir heute einen weiteren zweiten Versuch. Im Oktober 2013 notierten wir zu St. Remy-de-Provence:

„Das Örtchen Remy, welches wir heute besuchten, besitzt genau zwei Fakten, die Beachtung verdienen – Nostradamus soll hier geboren worden sein und “der ohne Ohr”  hat wohl ein Jahr in der Irrenanstalt des Ortes verbracht (nach der Sache mit dem Ohr). Ansonsten ein paar nette Gassen, Touristenläden und eine Kirche. So beschlossen wir schnell, den Nachmittag in der Sonne sitzend zu verbringen und fuhren dafür zu einer weiteren Adresse aus “France Passion”“ (hier der Link zu unserem damaligen Eintrag).

Da die Beschreibungen des Ortes in den Reiseführern aber anders klangen machten wir uns erneut auf den Weg dorthin. Wir hatten am Ortsausgang einen Parkplatz (viele davon gibt es nicht im Orte) ausgemacht, der zwar ein wenig Fußmarsch in den Ort bedeutet, dafür aber nur geringe Parkgebühren aufweist. Also ging es wieder durch die Landschaft der Provence, meist auf (meist auch engen) Platanen-Alleen nach St. Remy. Der Ort wirkte im Durchfahren viel freundlicher auf uns, am anderen Ende erreichten wir auch schnell den Parkplatz (irgendeine Ausgrabungsstätte ist hier), fanden den hinteren, großen Teil (fast leer) und suchten uns ein chices Plätzchen. Schnell stand das Womo auf Keilen zum Höhenausgleich, Chris begann Mittag zu kochen. Auf der Hunderunde wollte ich „nebenbei“ ein Parkticket ziehen …. 5 Minuten später waren wir wieder unterwegs – 5 Euro pro Stunde, was bei Zahlungspflicht von 9 – 19 Uhr schlappe 50 Euro pro Tag gemacht hätte waren wir dann doch nicht bereit, für diesen Staubplatz zu zahlen. (Sollte jemandem die Kohle lockerer sitzen ;-), hier die anzusteuernden Koordinaten: 43.7756, 4.8301.)

Weiter rollten wir in Richtung Süden nach Les Baux-de-Provence, hierher hatte uns Laurent gelotst. In den Carrières de Lumières werden wohl sehr sehenswerte Shows gezeigt – leider hatten das wohl auch schon andere Touristen und Franzosen gehört, und so war schon meilenweit vorm Ort kein vernünftiger Parkplatz zu bekommen. (Ganz abzusehen davon, dass uns eine Stellplatz-Datenbank versprochen hatten, man könne auf dem Parkplatz direkt am Ort des Geschehens sogar übernachten). Mehr zu lesen ist hier, wir fuhren also mal wieder weiter. (Zum Glück wissen wir mittlerweile, dass Ansammlungen von vielen Menschen und das an diese Orte Fahren per Wohnmobil sich oftmals ausschließen ;-)).

Am Ende des Tages strandeten wir (nein, noch nicht am Meer) in Fontvieille auf dem Stellplatz der Kommune (6,50 Euro, V+E, kein Strom). Großer Platz, staubig, aber realtiv ruhig und oft von Dickschiffen mit Anhänger angesteuert, weil recht großzügig. (Uns gegenüber Pace Arrow Vision von Fleetwood RV, gebaut in Ami-land, um die 10 m, 2 Slide-Outs, hier noch mit Anhänger für einen Mittelklasse-PKW …. chic sind die Teile schon ^^). Hier mal zwei ähnliche Bilder:

 

Fontvieille Stellplatz Aire de Camping- Car 6,50 Euro
43.719550, 4.712109

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Kreuz und quer durch die Provence

30.09.2017
96 km von Aix-en-Provence nach Châteauneuf-du-Pape

Am Mittag verlassen wir den Campingplatz in Aix und fahren die D7n nach Nordwesten. Wir rollen ohne Stop (den gab es 2013 schon) durch Avignon direkt ins Weingebiet um Châteauneuf-du-Pape. Wir finden einen wunderschönen Stellplatz, nicht ohne vorher auf engsten Wegen mal wieder Reisebussen zu begegenen – was mir weitere Übung im Rückwärtsfahren bringt ;-). Der Ort ist sehr klein, den Besuch verschieben wir auf den nächsten Morgen.

Sonntag
Auf einer kleinen Runde durch die Weinberge, immer mit Sicht auf die Rhône, stellen wir fest, dass hier wohl kaum eine „grüne Lese“ stattgefunden hat – offensichtlich darf zumindest in einigen Weingärten an Blattmasse und Trauben wachsen, was wächst. Der Name Châteauneuf-du-Pape steht ja auch nicht nur für hochklassige Weine, sondern auch für viel sehr preiswerten Supermarktwein. Wir schlendern danach durch den Ort, der stellenweise recht nett anzuschauen ist und auch belebt (die Einheimischen waren wohl alle grad in der Kirche, die Touristen bevölkern die Weinläden). Bei einer obligatorischen Verkostung bekommen wir die Unterschiede zwischen den diversen Bezeichnungen erklärt (Châteauneuf-du-Pape, Côte du Rhône, Vacluse) und erfahren, dass der Bag-in-Box-Wein zwar den Namen des Gutes trägt, darin aber „Vin de France“ sei und der könne ja überall herkommen .. ;-). Die Weine sind gut, zwei Flaschen Côte-du-Rhône wechseln in unseren Besitz und wir beenden dann auch die Ortsbesichtigung.

Stellplatz kostenfrei (wir müssen ja nicht jeden verraten ;-))

01.10.2017
51 km von Châteauneuf-du-Pape nach Fontaine-de-Vaucluse

Am Mittag steht die Frage, ob wir noch einen Tag bleiben oder weiterfahren – die Antwort heißt: weiter kreuz und quer durch die Provence!

Zurück bis Avignon rollen wir auf breiten Straßen, dann geht es am Rande des Plateau de Vaucluse wieder auf kleineren Straßen voran. In Fontaine-de-Vaucluse waren wir 2013 schon einmal (auf der Tour nach Gordes und Roussillion, hier der Link zum damaligen Beitrag). Nun mag es der Tatsache geschuldet sein, dass wir damals noch fast Womo-Neulinge waren, in der Erinnerung war ich recht genervt vom Ort. Kurz – breiter sind die Straßen auch heute nicht, weniger die Touristen (erst recht am Sonntag) auch nicht, aber heute sehe ich’s gelassener und somit durchfuhren wir den Ort halt im langsamen Schritt-Tempo und kurvten auf den mit knapp 11 Euro soo teuer nicht bezahlten Stellplatz. Schön ist er nicht, aber eben auch alternativlos, weil – eine Schlucht bietet nun mal rechts und links nicht so viel Platz – und spätestens ab 18 Uhr ist es auch direkt an der Straße fast schon still und man hört den Fluss rauschen. (https://campingcarpark.com/en/shop/parking-areas/fontaine-de-vaucluse/)

Am Nachmitag gönnen wir uns dann zwischen vielen Menschen den Besuch der Quelle des Flusses Sorgue, bzw. dessen, was man davon sieht. Die eigentliche Quelle ist ca. 300 m tief, in Spitzenzeiten sollen hier 200 Kubikmeter Wasser pro Sekunde ausströmen, was aber wohl nur im Frühjahr so ist, im Rest des Jahres sind’s wohl weniger als 10 Kubikmeter, immernoch pro Sekunde – nur sieht man halt da nicht viel davon. Imposant ist der kleine See fast innerhalb des Felsens schon, sehr blau, zu anderen Zeiten wohl auch andersfarbig. Der Fluß hingegen ist extrem grün in der Sonne….

10,80 Euro + 4 Euro Chipkarte
Route de Cavaillon, 84800 Fontaine-de-Vaucluse
43.9203, 5.124

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Aix-en-Provence

29.09.2017
143 km von Ramatuelle nach Aix-en-Provence

Genug am Meer gefaulenzt, nach drei Tagen zieht es uns weiter. Nach drei Tagen dauert das „Fahr-fertig-machen“ samt V+E immer etwas länger, und am späten Vormittag starten wir. Vorbei an St. Tropez wieder zurück bis Ste-Maxime, von dort über die D25 in Richtung Landesinneres und dann parallel zur Autobahn 8 auf der DN7 Richtung Westen. Sehenswert auf der Fahrt (neben der immer wieder schönen provenzialischen Landschaft) ist vor allem der Kalkgebirgszug „Montagne Ste-Victoire“, der relativ allein mitten in der Landschaft auftaucht. Immer wieder gemalt von Cezanne, und auch Picasso hatte dort ein kleines Schloss gekauft und ist im Park begraben. Wir wollen aber heute keine Landschaft angucken, sondern Stadt, und so steuern wir direkt den Campingplatz „Chantecler“ an. In Aix-en-Provence scheint es keinerlei Stellpltze zu geben, nur die Auswahl zwischen zwei Campings, und da beide ca. gleichweit vom Stadtzentrum entfernt sind losen wir halt diesen aus ;-).

Am Abend laufen wir dann ins Stadtzentrum, auf dem Hinweg durch ausgedehnte Parkanlagen, die massiv zum Sporttreiben genutzt werden (Aix hat bei 150.000 Einwohnern ca. 35.000 Studenten, die offensichtlich viel Bewegung brauchen ^^). Der Rückweg später geht an der Straße entlang, beide Wege unterscheiden sich zumindest zeittechnisch aber nicht (halbe Stunde bei zügigem Gehen). Für Faule gäbe es aber auch einen Stadtbus….

Im Müller-Reiseführer Südfrankreich (wir bekommen wie immer *keine* Provision für den Link, sondern empfehlen ihn wirklich aus bestem Gewissen) steht zur Stadt, dass bei einer Umfrage Aix-en-Provence von der Mehrheit der Franzosen als die Stadt genannt wird, in der man am liebsten leben wolle. Nun haben wir mit einem Freitagabend auch noch günstige Voraussetzungen, denn die Stadt lebt an allen Ecken und Enden, auf den Plätzen und Gassen – und so haben wir wenig Gründe, der Umfrage zu widersprechen: Aix-en-Provence ist wirklich eine sehr angenehme Stadt mit Wohlfühlklima!

Wir schlendern über den Hauptboulevard Cours Mirabeau, durch die angrenzenden Gassen, zur Kathedrale und stellen fest, dass wohl nicht nur alle 35 Tausend Studenten unterwegs sind, sondern offensichtlich alle Einwohner. Dennoch ist kein hektisches Gedränge, sondern angenehme Atmosphäre und so ärgern wir uns im Nachhinein nicht über den teuren Stell- bzw. Campingplatz, sondern sind froh, da gewesen zu sein.

Aix-en-Provence 20110930 16

Aix-en-Provence am Abend (Bild unter Wiki-Lizenz)

Camping Chantecler (29 Euro inkl. Strom)
13100 Aix-en-Provence
Avenue du Val St.Andre 41
43.5156 , 5.4743

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Côte d’Azur

28.09.2017
Ramatulle ( 0 km)

Noch einige Bilder von gestern Abend (ca. 200 m von unserem Stellplatz entfernt). Und weil es so schön ist bleiben wir noch einenen weiteren Tag …

Nach bzw. auf dieser Abendrunde, auf der diese Bilder entstanden waren, hatten wir beschlossen, noch einen weiteren Tag zu bleiben. Auch, weil wir den Weg über die Felsen am Meer entlang noch einmal und etwas weiter gehen wollten. Und nach einem recht faulen, warmen Tag in der Sonne machten wir uns dann am Abend auch auf: zum Strand und dann nach Süden, auf einem markierten, teilweise ausgebauten, teilweise pfadartigen Weg immer weiter von Bucht zu Bucht. Unterwegs trafen wir einen netten Schweizer, der uns etwas zum weiteren Weg erzählte. So liefen wir immer weiter bis zur Wegweisersäule Nummer 24, von dort dann zum Leuchtturm hinauf. Der Rückweg durchs Hinterland war dann weiter als erwartet und zog sich vorbei an einem 4-Sterme-Campingplatz und einer Ferienanlage durch Weinfelder ganz schön in die Länge. Hier noch einige Eindrücke der Abendrunde:

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An die und an der Côte d’Azur

25.09.2017
153 km von Castellane nach St. Topez

Nachtrag vom Abend zuvor: Nachdem Sonne und Wärme sich ein wenig verzogen hatten bestiegen wir noch den Kalksteinfelsen am Ort mit der Kapelle Notre-Dame-du-Roc, 184 m bergauf. Neben der Kapelle selber gibt es oben tolle Ausblicke in die Schlucht des Verdon, aber auch schon auf die letzten Berge vor der Côte d’Azur.

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Am nächsten Morgen ging es dann weiter in Richtung Süden, wieder auf der Route Napoléon (N85, hier D6085 bzw. später D6185). Diesen Weg wählte Napoléon, allerdings in entgegengesetzter Richtung, als er aus der ersten Verbannung von Elba kommend wieder ins Land einzog, um erneut die Macht zu ergreifen (mehr dazu im Wiki-Artikel hier). Die Straße führte wie so oft in den letzten Tagen in enorm vielen Kurven und auf Höhen bis zu 1.200 m immer in Richtung Südosten. Durch Grasse (die Parfüm-Stadt) fädelten wir uns mal wieder durch engste Gassen, dann wurden die Berge zusehends niedriger und die Straße breiter ;-). Durch Le Cannet mit dem ersten Blick aufs Mittelmeer erreichten wir Cannes. Da wir es wie immer nicht lassen können gehts per Wohnmobil auf Stadtbesichtigung (oder auch Stadtdurchfahrt, was hier aber das selbe war). Immer geradezu bis ans Meer und dann direkt am berühmten Casino über den Strandboulevard am Meer entlang. Halten ist (zumindest legal) nicht möglich, hier wie am „Rest“ der Côte d’Azur begleiten uns die freundlichen Schilder mit dem „Strengen Parkverbot für Wohnmobile“. Da wir aber weder ins Casino wollten noch in eines der Luxushotels (mehr als die Hälfte der gesamten Hotels dieser Kategorie an der Rivera vereinen sich in Cannes) erfreuten wir uns bei schönstem Wetter am Blick auf das Meer, auf die eine oder andere Jacht da draußen.

Direkt zwischen dem Massif de l’Esterel und dem Meer windet sich die D559 entlang, die roten Felsen lassen das Meer noch blauer erscheinen und hier wird deutlich, woher dieser Küstenabschnitt seinen Namen hat. In Frejus bunkern wir Lebensmittel und Diesel, dann geht es die D559 weiter bis St. Tropez. Die Stadt selber hat nur 5.000 Einwohner, in der Hochsaison aber 100.000 Besucher täglich – auch jetzt Mitte September ist es noch „gut voll“, das einzige Problem: die Straßen sind nur für die Einwohnerzahl ausgelegt … ;-). Also wieder mal durch Gassen schlängeln, später durch ebenso enge Sträßchen, die die Strände erschließen. Zum Schluss eine Brücke mit ca. 2,70 m Breite (gefühlt ist sie 2,35 m breit – unser Womo hat 2,30 m), und wir erreichen einen privaten Stellplatz, der fast gefüllt ist, finden ein vorletztes Plätzchen (nach dem nächsten Neuankömmling wird „geschlossen“) und zahlen stolze 16 Euro für ein Stückchen Kies. Das es an der „Blauen Küste“ aber eng wird mit Plätzen (im Wortsinn wie von der Anzahl her) war uns vorweg schon klar….. (Und dass nach dem Aufstellen des Geschlossen-Schildes ein weiterer franz. Caravan Platz findet ist hier fast logisch^^).

Stellplatz 16,00 Euro (12 Euro + 4 Euro Strom obligatorisch)
83990 St. Tropez, Chemin de la Moutte
43.2646 , 6.6719

26.09.2017
25 km von St. Tropez nach Ramatulle

Kaum der Erwähnung wert, weil wir nur den Stellplatz wechseln. Etwas näher am Meer, etwas preiswerter. Bereits vor dem Mittag sind wir da und machen, was man im Urlaub so macht: Blog schreiben, lesen, am Strand rumlungern …..

Wetternotiz: Gestern sommerlich, warm, Sonnenschein. Nachts Regen. Heute recht warm, aber größtenteils bedeckt. Ohne Wolken wäre es wohl heiß …

Stellplatz 9 Euro
83350 Ramatuelle, Route de Bonne Terasse
43.2114 , 6.6625

27.09.2017
Ramatulle

Einzige Änderung zu gestern: Der Himmel ist mehr oder weniger durchgehend blau und das Wetter ist noch etwas sommerlicher als gestern.

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Gorges du Verdon

24.09.2017
92 km von St.-Croix-de-Verdon nach Castellane

Der Lac-de Ste-Croix am Morgen in Wolken

Relativ zeitiger Start am Sonntagmorgen, der See liegt teilweise in Wolken, darüber geht die Sonne auf und verspricht einen schönen Tag!

Zuerst entfernen wir uns vom Lac-de Ste-Croix und fahren über Riez und Moustiers-Ste-Marie einen Bogen nach Norden um den See herum. Am Ostufer überqueren wir auf einer Brücke den Verdon und damit den Anfang der Gorges du Verdon.

Die Schlucht kann am Nordrand befahren werden oder auf der sogenannten Südroute, für die wir uns entscheiden. Wir schlängeln uns auf engen Straßen hinauf bis Aiguines und bis auf über 1.200 m, bevor wir den „Rand“ des Canyons erreichen. Laut Reiseführer ist er mit dem gleichnamigen „Grand …“ durchaus vergleichbar, nur mit deutlich mehr Vegetation.

Zu beschreiben ist die Route mal wieder kaum, ein traumhafter Anblick jagt den nächsten. Nicht nur die Blicke nach unten, auch die Berge faszinieren. Nebenbei ist das Fahren mal wieder ein wenig „Arbeit“, die Straße ist stellenweise schmal, hart an die Felsen gerückt – und nebenbei muss man auf wilde Motorradfahrer in beiden Richtungen achten. Der „Höhepunkt“ fahrtechnisch: auf einer Strecke, die für größere Wohnmobile „anspruchsvoll“ sein dürfte kommt uns mitten in einer engen Kurve ein Reisebus entgegen. Zum Glück hat er auch noch einen Anhänger dabei, so dass es einiges Rückwärtsfahren braucht, bevor wir den Bus an uns vorbeigelotst haben ;-).

Die Bilder anbei geben einen kleinen Einblick, mehr nicht.Und – wieder haben wir ein Ziel nicht „abgehakt“, sondern auf die Liste „noch einmal“ aufgenommen. Es gibt eine 5 – 8 – Stunden – Wanderung durch das Tal, und auch mit den Boot wäre es befahrbar …..

In Trigance, einem verschlafenem Bergdorf machen wir Mittagspause, um dann in Castellane keinen der vielen Zeltplätze anzufahren, sondern den Wohnmobilstellplatz am Fluß.

Wetter: früh ein wenig wolkig, im Tagesverlauf blauer Himmel, Sonne. Am Nachmittag auf dem Stellplatz in Castellane zu warm zum in der Sonne sitzen …. 😉

Stellplatz 6,50 Euro (max. 48 h)
Ancienne Route de Grasse, 04120 Castellane, Frankreich
43.8461, 6.515

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Am Lac de Ste-Croix

22.09.2017
55 km von Digne-les-Bains nach St.-Croix-de-Verdon

23.09.2017
St.-Croix-de-Verdon (0 km)

Am Morgen laufen wir in zunehmender Wärme nach Digne hinein und schlendern einmal durch die (nicht sonderlich sehenswerte, da teilweise recht verfallen wirkenden) Stadt. Zurück zum Womo, Abfahrt zum Supermarkt, danach geht es durch endlose Lavendelfelder und bergauf und bergab in Richtung Nationalpark Verdon. Vorbei an Riez erreichen wir den Lac de Ste-Croix und den Ort St.-Croix-de-Verdon. Der See ist einer von vielen Staudämmen, um den Verdon zu „zähmen“, gleichzeitig wohl auch der Energiegewinnung dienend. Der Stellplatz liegt einige Meter hoch über dem See mit schöner Aussicht, das  Wetter ist nett und so bleiben wir auch den Samstag noch hier, trinken leicht alkoholartige Getränke (zur Feier eines kleinen, ganz privaten Jubileums) in der Sonne oder im Schatten und laufen auch ein paar Meter See hin und her.

Stellplatz 8 Euro
Route du Bord du Lac, 04500 Sainte-Croix-du-Verdon
43.760776, 6.150910

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In Richtung Provence

21.09.2017
111 km von St. Jean St. Nicolas nach Digne-les-Baines

Allein auf dem Stellplatz am Morgen

In der Nähe des Stellplatzes St. Jean St. Nicolas mit Blick in die Berge der französischen Alpen

Der kalte Morgen nach einer klaren Nacht verspricht einen schönen Tag – und der wird es dann auch. Nachdem die Sonne gegen 10 endlich über die Berge ins Tal zu uns scheint wird es schnell warm und wir verbringen den größeren Teil des Tages mit … in der Sonne sitzen … auf die Berge schauen … und ähnlichen angenehmen Dingen. Am Nachmittag starten wir dann von diesem sehr angenehmen Platz und rollen zunächst in Richtung Gap, durch Sisteron und dann nach Digne-les-Bains.

Ob man es sieht, weil so oft geschrieben wird, dass es so ist, oder ob es so oft geschrieben wird, dass es so ist, weil es so ist – keine Ahnung: zwischen Gap und Sisteron, spätestens jedoch nach letzterem verändert sich das Licht und die Provence fängt ganz offensichtlich an…  Wir verlassen die Alpen, die Berge werden niedriger; und wir haben auch noch das Glück, mit dem späten Nachmittag die ideale Uhrzeit zu haben: das Licht wird weicher, die Landschaft wird fröhlicher  …

Keine fotographische Meisterleistung, aber ein Blick auf die Berge der Provence im abendlichen Licht (jaja, den Laternenmast müsste man auch noch rausretouschieren)

Sisteron ist wahrlich ein imposanter Einstieg in die Provence – der Fluss „Drac“ hat hier eine heftige Kerbe in die Berge geschlagen, links fallen diese dramatisch ins Flusstal ab, rechts „oben“ steht eine alte Burg, und Ort und Durchfahrt schlängeln sich sehenswert mitten hindurch.

Aus einiger Entfernung sehen wir dann im Vorbeifahren die „Les Pénitents de Mées“, eine auffällige Felsformation. Der Sage nach wurde hier ein Gruppe von Mönchen samt ihren Kutten zu Stein verwandelt, weil sie sehr gierig einigen leicht bekleideten jungen Frauen hinterher geschaut haben. Nunja ;-). Kurz danach erreichen wir Digne-les-Bains, parken auf einem Platz kostenfrei etwas außerhalb des Ortes. Den Abendspaziergang schon fast im Dunkeln können wir noch in angenehmer Wärme und T-Shirts absolvieren…

Spät am Abend auf der letzten Runde mit dem Hund um das Wohnmobil kommt dann ein weiteres Element „Provence“ hinzu: ein nicht zu beschriebender Geruch nach… allem möglichen, zu vergleichen mit nichts anderem, außer den ebenso typischen Gerüchen in der Macchia Sardiniens zum Beispiel …

Parkplatz kostenfrei, Digne-les-Bains, 44.0777 , 6.2087

 

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Durch die französischen Alpen

20.09.2017
195 km von Aix-les-Bains nach Saint Jean Saint Nicolas (Pont du Fossé)

Der Lac du Bourget und die Berge rundherum in Wolken

Am Morgen hängen die Berge noch komplett in den Wolken, so verabschieden wir uns in Richtung Süden. Die ursprüngliche geplante Tour unterhalb von L’Alp-d’Huez und Col du Galibier (TdF-Fans kennen die Namen) lassen wir ausfallen, später sehen wir, dass die Straße sowieso gesperrt ist. Zunächst aber wollen wir uns Chambéry ansehen, aber hier ist der einzig passende Parkplatz in der Stadt komplett zugeparkt. Es geht also weiter Richtung Grenoble und daran vorbei, rechts das Massif de la Chartreuse (Gruß an Laurent), links ebenfalls dauerhaft 2.000er im Blick. Gegen Mittag wird der Himmel überwiegend blau, und wir sehen die Berge auch bis ganz oben – und ganz oben auch schon weiß.

Auf der Autobahn vor Grenoble

Im Corniche du Drac

Hinter Grenoble verlassen wir die Autobahn und auch die großen Straßen, wir fahren das Corniche du Drac. Die D529 / D116 schlängelt sich hoch über oder direkt am hier gestauten Drac entlang. Zum Glück treffen wir kaum Autos, die Straße ist an etlichen Stellen kaum breiter als unser Wohnmobil und nebenbei noch extrem kurvig. Wer sie fahren mag sollte zumindest in der Lage sein, sein Wohnmobil auch mal 200 oder 300 m durch kurviges, enges und bergiges Terrain zurück zu setzen, um den Gegenverkehr passieren zu lassen.

Weiter gehts entlang des „Parc national des Écrims“ die N85, genannt „Route Napoleon“, Richtung Süden. Mittlerweile im strahlenden Sonnenschein immer auf 800 – 1200 m Höhe kurven wir von einer Bergansicht zur nächsten, biegen dann irgendwann links ab und landen in Saint Jean Saint Nicolas (Pont du Fossé). Auf dem fast leeren Stellplatz trinken wir den ersten Spritzz im Freien ohne dabei zu erfrieren ;-).

Aire Camping Car Park de St. Jean St. Nicolas
10,20 Euro + 4 Euro Chipkarte www.campingcarpark.com
44.667405, 6.235196
(durch den Ort hindurch, ca. 500 m weiter rechts ab, hier steht ein Hinweisschild).

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In die französischen Alpen

Nach langer Zeit geht es endlich wieder einmal in den Urlaub über die Landesgrenzen hinaus. Nach dem Stress mit dem letzten Wohnmobil und nach dem ganzen Baugeschehen ist ERHOLUNGSurlaub angesagt. Was eignet sich dafür besser als „Savoir vivre“ im Mutterland des Genusses? Also auf nach .. Frankreich!

16.09.2017
255 km von Cunnersdorf bis Erfurt
Später Tourstart um 17 Uhr, große Kilometerleistungen werden wir uns und dem Wohnmobil heute nicht abverlangen, also geht es bis Erfurt, meine Eltern besuchen.

17.09.2017
462 km von Erfurt bis Ortenberg
Schweinfurt, Würzburg, Heilbronn, Karlsruhe heißen die Stationen eines reinen Fahrtages in Richtung Süden. Bei Offenburg ist Schluss, wir finde in Ortenberg am Dorfplatz einen ruhigen Platz für die Nacht, ganz nahe den Weinbergen der Ortenau und fast unterhalb des Schlosses Ortenburg.

Wohnmobilstellplatz (ohne V+E, ohne alles, kostenfrei)
Hauptstraße 57, 77799 Ortenberg
48.449884, 7.970717

18.09.2017
392 km von Ortenberg nach Bourg-en-Bresse (F)
Später Start und Einkäufe bedingen, dass der Fahrtag erst Mittag so richtig los geht. Vorbei an Freiburg im Breisgau geht es bei Mühlhausen / Mulhouse über die Grenze und auf der teilweise mautpflichtigen Autobahn bis Besançon. Von dort „trödeln“ wir die N1083 über Lons bis Bourg-en-Bresse. Die Landschaft erinnert an Österreich, braun-weiße Kühe, Weidelandschaft, Bergdörfer – wenn auch alles auf max. 400 Metern Höhe.
Ein kostenfreier Stellplatz findet sich in Bourg direkt vorm (mittlerweile geschlossenen) Camping Muncipale. Offensichtlich ein recht bekannter Platz, denn es finden sich ca. 15 Wohnmobile zur Nacht ein, von chic bis alternativ. Die kurze Stadtbesichtigungsrunde endet mit einem kräftigen „Naja“.

Frankreich, 01000 Bourg-en-Bresse
Allée des Nénuphars
46.2093 , 5.2416

Am Ufer des Lac du Bourget in Aix-les-Bains

19.09.2017
146 km von Bourg-en-Brasse nach Aix-les-Bains
Am Tourverlauf ist nun schon erkennbar, dass wir (wie so oft unterwegs) die Route geändert haben. Das Elsass ist erst mal verschoben (also die Reise dorthin, nicht das Elsass selber), vielleicht ans Ende der Tour (Flammkuchen wollen wir schon im Original probieren ;-)).
Wir ändern die Richtung von Süden auf Osten und fahren zunächst Richtung Turin und Mailand, oder auch Richtung Genf. Bevor wir aber Schweizer Schokolade essen „müssen“ schwenken wir wieder Richtung Süden. „Venedig der Alpen“ klingt interessant, und so steueren wir die so genannte Stadt Annecy an. Leider ist auf dem einzig wohnmobil-tauglichem Innenstadt-Parkplatz heute .. Markttag. Sprich: alles belegt. Voll. Kein anderer Parkplatz ist in Sicht, so geht es eben weiter. Da wir nun offensichtlich die französischen Alpen oder zumindest deren Vorland erreicht haben wissen wir, dass es eben manchmal „eng“ wird mit dem Paken.
Weiter geht es auf der Landstraße Richtung Lac du Bourget, hier liegt Aix-les-Bains am Seeufer. Nach ein paar Umwegen finden wir den Camping Alp´Aix, einen von www.campingcarpark.com betriebenen Platz. Rechnet man die Chipkarte (4 Euro, aber auch auf vielen anderen Plätzen verwendbar) ein ist er mit 17 Euro nicht ganz billig, liegt dafür aber sehr schön nur einige Meter vom Seeufer entfernt und ziemlich ruhig. Da wir mal wieder aus der falschen Richtung anfahren bekomme ich die Kurve in die Einfahrt nicht, die Schranke war schon auf und geht wieder zu. Beim zweiten Versuch möchte das System, dass wir erst mal wieder rausfahren… ;-). Zwei nette Franzosen helfen uns, ein Anruf und 30 Sekunden später öffnet sich die Schranke…
Wir laufen dann zunächst ein Stück am See entlang, dann in die Altstadt (ca. 30 Minuten) und schauen uns den Glanz vergangener Kur-Bad-Tage an. Ein wirklich schönes (oder auch schön verkitschtes) Casino, ein Grand Hotel und weitere Prachtbauten sind heute teilweise umfunktioniert. Dennoch macht die Stadt einen belebten und angenehmen Eindruck.
Auf dem Rückweg dürfen wir erleben, dass Gebirge und See fast exemplarisch für Wetterumschwünge sind, ein Gewitter zieht fast schwarz überm See auf…. und zum Glück knapp an uns vorbei.

Achja: Wetter. Haben wir auch. Nachts unter 10°C und tagsüber immerhin darüber. Auch Regen.
Also noch nicht soooo schön. Aber wir reisen ja in Richtung Süden, auch wenn der Wetterbericht – wie zu Hause auch – den Beginn des schöneren Wetters jeden Tag um ca. einen Tag nach hnten verschiebt.

Stellplatz in Aix-les-Bains
Camping Alp´Aix
13 Euro + 4 Euro Chipkarte www.campingcarpark.com
45.6966 , 5.8889

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Wandern im Sommer ….

Das Wandern kommt zur Zeit etwas zu kurz. Zum einen fehlte bis Anfang Juli die Übernachtungsbasis (Wohnmobil), zum anderen „frisst“ der Bau natürlich einiges an Zeit. Und noch viel kürzer kommt gerade das Blogschreiben… Deshalb mal wieder eine Zusammenfassung in Kürze.

11. Juni 2017
Wir fahren zeitig zum Parkplatz unterhalb des Gamrig zwischen Waltersdorf und Kurort Rathen. Zunächst geht es auf den Gamrig hinauf, um dort mit weitem Ausblick zu frühstücken. Weiter führt uns die Tour durch das Polenzztal zum Hockstein, den Knotenweg bis zum Amselsee und die Schwedenlöcher hinauf. Durch Reingrund, Kohlgrund und dann Höllengrund führt uns eine Schleife (im Schatten, es war warm!) zum Steinernen Tisch. Hier wieder gern der Link www.steinerner-tisch.info – und gern haben wir auch diesmal wieder ein wenig Radler für den Wiederaufbau getrunken. Über die Bastei geht es hinab und über Rathen zurück zum Auto. 19,2 km – 4:00 h – 635 Höhenmeter

18.06.2017

Kipphornaussicht

Wieder geht’s zeitig los, diesmal bis zum Parkplatz in Schmilka. Durch den Ort, dann rechts den Erlsgrund hinauf und ein Stück die Winterbergstraße entlang erreichen wir die Kipphornaussicht. Zunächst genießen wir die Panoramaaussicht, dann unser Frühstück.

Weiter geht es den Müllerwiesenweg und dann auf den Roßsteig bis zur Goldsteinaussicht und der zweiten Pause. Direkt nach dem Goldstein biegen wir rechts ab auf den

Goldsteinaussicht

Goldsteig (und der heißt wirklich nicht Goldsteinsteig ;-)). Wunderschön geht es hier in Richtung Richterschlüchte … Direkt an der Stelle, an der wir überlegen, ob wir diese hinunter gehen und einen kleinen Umweg übers Zeughaus machen sollen komme ich auf die blöde Idee, mich selber überholen zu wollen … Es geht mittelprächig glimpflich aus, aber das Tagesziel heißt nun nur noch bis zum Auto zurück humpeln. Nicht ganz einfach, aber es ging (3 km Richterschlüchte hoch kraxeln und dann gefühlt endlos die Winterbergstraße runter bis Schmilka).
21,4 km – 4:29 h – 700 Höhenmeter

09. Juli 2017

Erste Wander-Tour mit dem „Neuen“ (Wohnmobil) in die Sächsische Schweiz, wir parken und übernachten auf dem Basteiparkplatz. Freitag eine kleine Runde über die Bastei und den Steinernen Tisch zum Aufwärmen – und testen, ob meine Knochen wieder „wollen“. Das tun sie, und so gehts am Samstag auf bekannten Wegen einmal rund um die Bastei rum – die Schwedenlöcher runter zur Waltersdorfer Mühle (gegen 10 Uhr am „Morgen“ noch nicht geöffnet ^^), nach Rathen und Wehlen und mal wieder durch den Uttewalder Grund und zurück. Morgens überlegten wir noch, ob wir im Regen (der ließ schnell nach) überhaupt losgehen, spätestens ab Rathen war es eigentlich zu warm zum Wandern. Trotzdem 20,5 km – 5:00 h – 430 Höhenmeter.

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